Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Impfung
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
Eine Impfung, auch Schutzimpfung, Vakzination (Ă€lter Vaccination) oder Vakzinierung (ursprĂŒnglich die Infektion mit Kuhpockenmaterial; von lateinisch vacca ‚Kuh‘) genannt, ist die Gabe eines Impfstoffes mit dem Ziel, vor einer (ĂŒbertragbaren) Krankheit zu schĂŒtzen.cite-ref-1[1] Sie dient der Aktivierung des Immunsystems gegen spezifische Stoffe. Impfungen wurden als vorbeugende Maßnahme gegen Infektionskrankheiten entwickelt. SpĂ€ter wurden fĂŒr Krebsimmuntherapien auch Krebsimpfstoffe entwickelt.

Eine vorbeugende Impfung gegen eine Infektionskrankheit beruht auf einer spezifischen, aktiven Immunisierung gegen den Krankheitserreger und wird daher auch als aktive Impfung oder aktive Schutzimpfung bezeichnet. Ziel der aktiven Impfung ist es, das körpereigene Immunsystem zu befÀhigen, auf eine Infektion mit dem Erreger so rasch und wirksam zu reagieren, dass daraus keine oder nur eine abgeschwÀchte Infektionskrankheit resultiert. Es wird zwischen Lebendimpfstoffen und Totimpfstoffen unterschieden; zu letzteren gehören auch Toxoidimpfstoffe. Dagegen handelt es sich bei der passiven Impfung (auch Heilimpfung) um eine lediglich passive Immunisierung durch Gabe von Antikörpern.

Es stehen bereits Impfungen gegen eine Vielzahl von viralen und bakteriellen Infektionskrankheiten zur VerfĂŒgung. Weitere Impfstoffe gegen einige bedeutsame Infektionskrankheiten und gegen chronische Infektionen, die Krebs begĂŒnstigen, sind derzeit (Stand 2012) in Entwicklung.

Contents

‱ Wirksamkeit
‱ Pocken
‱ Masern
‱ Impfpflicht
‱ Impfgegner
‱ Geschichte
‱ Hunde
‱ Katzen
‱ Frettchen
‱ Kaninchen
‱ Pferde
‱ Schweine
‱ GeflĂŒgel
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Wirkungsweise und Wirksamkeit

Verabreichung von Impfungen

Je nach Impfstoff und Immunisierungsart (passive oder aktive Immunisierung) werden unterschiedliche Applikationsverfahren angewandt: Aktive Impfungen werden parenteral („unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes“) mit einer Spritze vorgenommen. Man unterscheidet dabei intradermale („in die Haut“), subkutane („unter die Haut“) oder intramuskulĂ€re („in den Muskel“) Injektionen. Die intradermale Impfung kann auch mit einer Lanzette oder einer Impfpistole erfolgen. FĂŒr einige wenige Immunisierungen wurde bzw. wird der Impfstoff oral (in den Mund, „Schluckimpfung“) oder nasal (in die Nase) verabreicht, versuchsweise auch mit Hautpflaster. Die meisten aktiven Impfungen werden jedoch intramuskulĂ€r in den Oberarm (Musculus deltoideus) verabreicht. Bei Kindern ist auch eine Injektion in den Oberschenkel (Musculus vastus lateralis) zulĂ€ssig; bei kleinen Kindern kommt es nach bestimmten Impfungen zu weniger Lokalreaktionen, wenn diese in den Oberschenkel erfolgen.cite-ref-2[2] Die Injektion von aktiven Impfstoffen in den mittleren GesĂ€ĂŸmuskel (Musculus glutaeus medius) gilt aufgrund geringerer Wirksamkeit und hĂ€ufigerer Komplikationen laut der StĂ€ndigen Impfkommission (STIKO) als obsolet.

Passive Immunisierungen hingegen werden hĂ€ufig in den GesĂ€ĂŸmuskel verabreicht.

Die Pulverinjektion ist ein in der Entwicklung befindliches Impfverfahren, bei dem der feste Impfstoff mit hoher Geschwindigkeit in die Epidermis geschossen wird.

Aktive Impfung

Die aktive Schutzimpfung veranlasst den Körper des Geimpften, eigene Schutzstoffe gegen bestimmte Krankheiten herzustellen. Sein Immunsystem wird zur Bildung einer erregerspezifischen Immunkompetenz angeregt, ohne die Infektionskrankheit selbst durchmachen zu mĂŒssen. Hierzu dienen Lebend- oder Totimpfstoffe. Ein Lebendimpfstoff enthĂ€lt abgeschwĂ€chte, noch vermehrungsfĂ€hige Erreger, welche die Krankheit beim immunkompetenten Impfling nicht auslösen. Ein Totimpfstoff enthĂ€lt dagegen abgetötete Erreger oder lediglich BruchstĂŒcke des Erregers. Gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 wurden 2020 erstmals RNA-Impfstoffe zugelassen.cite-ref-9-3-0[3]

Ist der Impfstoff in den Körper eingedrungen, werden die Eiweiße (Proteine) und/oder ZuckermolekĂŒle des Vakzins durch im Blut zirkulierende und/oder gewebsstĂ€ndige immunkompetente weiße Blutzellen als (körperfremde) Antigene erkannt. Es folgt die primĂ€re Immunantwort durch erregerspezifische PrĂ€gung immunkompetenter Lymphozyten in Form langlebiger GedĂ€chtniszellen. Entscheidend fĂŒr den Schutz bei einer spĂ€teren Infektion ist, dass fĂŒr den Körper die Antigene des Impfstoffs denen des Erregers der Infektionskrankheit weitgehend gleichen.

Kommt es zur Infektion, erkennen die GedĂ€chtniszellen am eingedrungenen Erreger die Antigene des frĂŒher erhaltenen Impfstoffes und bewirken, dass sich einerseits Lymphozyten zu kurzlebigen Plasmazellen differenzieren, die Antikörper produzieren, andererseits zu T-Lymphozyten und NK-Zellen, welche die zellulĂ€re Abwehr darstellen.cite-ref-4[4] Die Impfung soll also ImmunitĂ€t gegen den Erreger bewirken, sodass im Falle einer Infektion die spezifische und schnelle Immunantwort die Infektionskrankheit verhindert.

Toxoidimpfstoffe, die nur den biologisch inaktiven Bestandteil (Toxoid) des Toxins eines Erregers enthalten (z. B. das Tetanus-Toxoid), gehören ebenfalls zu den Totimpfstoffen. Sie vermindern nicht die Vermehrung der Erreger im Körper. Bei Infektionen, die ĂŒbertragbar sind, unterbrechen sie also nicht die Infektionskette, verhindern aber die Infektionskrankheit bei den Geimpften, insoweit bei ihnen die Toxine der Erreger nicht wirksam werden.

Unterschiedliche Lebendimpfstoffe können entweder simultan oder im Abstand von mindestens vier Wochen verabreicht werden.cite-ref-5[5] FĂŒr Totimpfstoffe unter sich oder in Kombination mit Lebendimpfstoffen gibt es keine notwendigen AbstĂ€nde. Dennoch wird eine parallele Gabe von Tot- und Lebendimpfstoffen bevorzugt.cite-ref-6[6]

Ein tragfĂ€higer Schutz baut sich bei Lebendimpfstoffen nach wenigen Tagen auf.cite-ref-7[7] Bei Totimpfstoffen mĂŒssen wiederholte Immunisierungen erfolgen (Basisschutz), gefolgt von Auffrischungsimpfungen.

Eine Therapieform, die dem Prinzip einer aktiven Immunisierung Àhnelt, aber die keine Impfung darstellt, ist die Hyposensibilisierung. Sie wird beispielsweise bei Heuschnupfen oder Allergien gegen Hausstaubmilben und Insekten angewendet.cite-ref-8[8]

Passive Impfung

Bei der passiven Impfung, auch (Blut-)Serumtherapie und Serotherapie genannt, wird dem EmpfĂ€nger Immunserum injiziert, das in hoher Konzentration Antikörper gegen den Krankheitserreger enthĂ€lt. Dadurch stellt das eigene Immunsystem also selbst keine Antikörper her, bleibt also passiv. Hierzu verwendet man heute bevorzugt gentechnologisch aus Zellkulturen hergestellte monoklonale menschliche Antikörper bzw. homologe Antikörper oder, soweit solche nicht zur VerfĂŒgung stehen, Extrakte aus dem Blut (Rekonvaleszentenserum) von Menschen, die die betreffende Infektionskrankheit (ungewollt) durchgemacht haben, oder aus dem Blut von Tieren bzw. heterologe (artfremde) Antikörper, die gezielt mit dem Erreger infiziert worden waren. Die passive Immunisierung ist also eine Notfallmaßnahme („Notimpfung“) im Sinne einer Postexpositionsprophylaxe. Beispielhaft hierfĂŒr sind Verletzungen mit Verschmutzung der Wunde (Verdacht auf eine Infektion mit Wundstarrkrampf), Bisse durch oder Schleimhautkontakt mit bestimmten Wildtieren (Verdacht auf Tollwut) oder der Kontakt von medizinischem Personal mit Blut von Patienten, die TrĂ€ger der Erreger von Hepatitis B sind (insbesondere nach Nadelstichverletzung). Eine passive Impfung ist indiziert, wenn eine Person in Gefahr steht, eine Infektionskrankheit zu erleiden, weil sie Kontakt mit dem betreffenden Erreger hatte, ohne bereits durch stille Feiung oder Impfung hiergegen geschĂŒtzt zu sein, oder wenn der Schutz durch das eigene Immunsystem ergĂ€nzt werden soll.

Der Vorteil von Immunseren ist der schneller einsetzende Schutz: Die Antikörper mĂŒssen nicht erst innerhalb von ein bis zwei Wochen gebildet werden, sondern stehen gleich nach der Injektion des Immunserums zur VerfĂŒgung. Nachteilig ist, dass der Schutz nur einige Wochen anhĂ€lt; danach sind die verabreichten Antikörper vom EmpfĂ€nger abgebaut, und sein Organismus ist durch eine neuerliche Infektion mit demselben Erreger wieder gefĂ€hrdet. Das liegt daran, dass das Immunsystem durch die Gabe von Immunserum nicht stimuliert wird, ĂŒber GedĂ€chtniszellen ein eigenes ImmungedĂ€chtnis hinsichtlich der Erreger auszubilden.

Falls das Immunserum von einem Tier oder Menschen stammt, kommt als weiterer Nachteil hinzu, dass es neben den gewĂŒnschten Antikörpern Spuren von Fremdeiweiß oder Polysacchariden des Spenders enthalten kann. Das Immunsystem des EmpfĂ€ngers setzt dann eine Kaskade immunologischer Reaktionen gegen diese als körperfremde Antigene empfundenen Bestandteile in Gang. Das fĂŒhrt dazu, dass die im Impfserum angereicherten Antikörper schneller ausgeschieden werden und damit kĂŒrzer als gewĂŒnscht wirksam bleiben. Bei wiederholter Gabe von Fremdserum besonders derselben Tierart kann es außerdem zu einer unerwĂŒnschten allergischen Reaktion des EmpfĂ€ngers in Form einer Serumkrankheit oder eines allergischen Schocks kommen. Daher werden solche Immunseren nach Möglichkeit durch monoklonale Antikörper ersetzt.

Bis circa 1965 gab es beispielsweise keine menschlichen Antikörper gegen Tetanus, sodass man auf tierische angewiesen war. Hierbei hatte sich die Reihenfolge Pferd, Rind, Hammel etabliert.cite-ref-buch978-3-87870-482-9-9-0[9]

EingefĂŒhrt wurde die passive Immunisierung 1890 von Emil von Behring, als er ein Heilverfahren gegen Diphtherie entwickelte, bei dem er aus Pferdeblut isolierte Antikörper verwendete. Er erhielt dafĂŒr 1901 den erstmals vergebenen Nobelpreis fĂŒr Medizin. Im Jahr 1904 wurde zur Anwendung bei der bazillĂ€ren Dysenterie die Serotherapie nach Rudolf Kraus und Robert Doerrcite-ref-10[10] etabliert.

Eine wichtige und weit verbreitete natĂŒrliche Form der passiven Immunisierung gegen Infektionskrankheiten ist die Mutter-Kind-Immunisierung.

Zu den passiven Immunisierungen, die sich nicht gegen Infektionskrankheiten richten, gehören die Injektion von Anti-D-Immunserum an Schwangere, falls beim Neugeborenen ein Morbus haemolyticus neonatorum droht, und die Injektion von Antivenin nach Schlangenbissen.

Simultanimpfung

Wenn ein Patient mit möglicherweise oder bekannt unzureichendem Immunschutz im Verdacht steht, sich mit Erregern einer gefÀhrlichen Infektionskrankheit infiziert zu haben, wird er neben der aktiven Schutzimpfung eine passive Immunisierung erhalten, um einer lebensbedrohlichen Infektion vorzubeugen. Eine solche gleichzeitige aktive und passive Immunisierung eines Patienten wird als Simultanimpfung bezeichnet. Hierbei spritzt man den aktiven und den passiven Impfstoff in möglichst entfernte Körperstellen, damit sich die Antikörper der Heilimpfung und die Antigene der Schutzimpfung nicht sofort wechselseitig neutralisieren.

Mutter-Kind-Immunisierung

Eine vorĂŒbergehende Form der passiven Immunisierung stellt die Mutter-Kind-Immunisierung dar, auch Nestschutz oder LeihimmunitĂ€t genannt. Hierbei geben Schwangere, die nach Infektionen oder Impfungen einen entsprechenden Antikörpertiter entwickelt haben, Antikörper ĂŒber die Placenta an das Ungeborene weiter. Dieses ist nach der Geburt fĂŒr einige Wochen bis Monate in gewissem Umfang geschĂŒtzt.

Der Nestschutz wird aber nicht fĂŒr alle Infektionskrankheiten vermittelt. Die allgemein und in Deutschland insbesondere durch die StĂ€ndige Impfkommission empfohlenen Kinder-Impfungen sollen daher so frĂŒhzeitig erfolgen, dass keine LĂŒcke in der Erreger-Abwehr entsteht.cite-ref-11[11]

Stillende MĂŒtter versorgen den SĂ€ugling mit sekretorischen Antikörpern (sIgA), die das Risiko fĂŒr Magen-Darm-Erkrankungen senken.cite-ref-12[12] Sie vermitteln jedoch keinen Schutz gegen impfprĂ€ventablen Erkrankungen wie z. B. Masern.cite-ref-13[13]

Wirksamkeit

| Erkrankung | vorher (Jahr) | nachher (Jahr) |
|---|---|---|
| Diphtherie | 175.885 (1922) | 1 (1998) |
| Haemophilus Influenzae B | 20.000 (1982) | 54 (1998) |
| Keuchhusten | 147.271 (1925) | 6.279 (1998) |
| Masern | 503.282 (1962) | 89 (1998) |
| Mumps | 152.209 (1968) | 606 (1998) |
| Pocken | 48.164 (1904) | 0 (1998) |
| Röteln | 47.745 (1968) | 345 (1998) |

Keine Impfung schĂŒtzt hundertprozentig vor der jeweiligen Erkrankung. Impfungen senken aber die Erkrankungswahrscheinlichkeit deutlich. Die Schutzwirkung unterscheidet sich je nach Impfung und nach der StĂ€rke der Immunantwort. Die Impfstoffwirksamkeit wird durch viele Studien dokumentiert und zum Beispiel in Europa von der EMA (European Medicines Agency bzw. EuropĂ€ische Arzneimittel-Agentur) werden Impfstoffe nach einer Nutzen/Risiko-AbwĂ€gung zugelassen, nachfolgend von nationalen Behörden empfohlen oder verpflichtend gegeben.cite-ref-pei-15-0[15]cite-ref-pink-16-0[16]

Die jeweilige Schutzwirkung lĂ€sst sich laborchemisch mit der Messung der gegen den Erreger oder dessen Bestandteile gebildeten Antikörperkonzentration, den Antikörpertiter, abschĂ€tzen. Entscheidend ist die Wirksamkeit im Rahmen von klinischen Studien, nach Möglichkeit in Form randomisierter kontrollierter Studien. Hierbei werden die Studienteilnehmer zufĂ€llig in zwei Gruppen eingeteilt. Man vergleicht dabei entweder bestimmte Laborwerte (Surrogatmarker, vor allem Antikörper) oder die HĂ€ufigkeit und Schwere der Infektionskrankheit in der Studiengruppe, also bei Menschen oder Tieren, die den zu beurteilenden Impfstoff erhalten haben, mit derjenigen in der Kontrollgruppe, also bei Menschen oder Tieren, die keinen oder einen bereits bekannten Impfstoff erhalten haben. Wirksamkeitsnachweise, bei denen Menschen gezielt mit Erregern schwerwiegender Infektionskrankheiten infiziert werden, verbieten sich aus ethischen GrĂŒnden, da hierbei Kontrollgruppe und Studiengruppe einem unvertretbaren Risiko ausgesetzt wĂŒrden. Die Zulassung von Impfstoffen erfolgt in Europa nach den Richtlinien der EuropĂ€ischen Arzneimittelagentur und der entsprechenden staatlichen Behörden. Sie setzt prĂ€klinische und klinische PrĂŒfungen voraus und verlangt weitere Kontrollen nach MarkteinfĂŒhrung. In Deutschland prĂŒft und ĂŒberwacht das Paul-Ehrlich-Institut die Zulassung von Impfstoffen. Kriterien und Vorgehen sind in anderen entwickelten Staaten wie etwa den USA und Kanada Ă€hnlich.

Es gibt Impfungen, die bisher lediglich den Krankheitsverlauf abmildern und somit nur vor den schlimmsten Komplikationen schĂŒtzen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die betreffenden Erreger ihre Eigenschaften durch Antigenshift oder Antigendrift hĂ€ufig Ă€ndern, wie bei den Erregern von Influenza, und wenn die Erreger in zahlreichen Antigen-Subtypen zirkulieren, wie bei den Pneumokokken. Staatliche Stellen bewerten die Impfstoffe hinsichtlich ihres Nutzens und sprechen anschließend eine amtliche Empfehlung aus.cite-ref-roko1-17-0[17] Die Empfehlungen haben kassen-, haftungs- und arztrechtliche Folgen.

Moderne Impfstoffe gegen Tetanus, Hepatitis, Meningokokken, Pneumokokken und GebÀrmutterhalskrebs enthalten als WirkungsverstÀrker aluminiumhaltige Adjuvanzien wie z. B. Aluminiumhydroxid, um die Anzahl der notwendigen Impfzyklen zu senken.

Seit EinfĂŒhrung der Impfungen in den USA sank die Zahl der jĂ€hrlichen Erkrankungen von Diphtherie, Mumps, Keuchhusten und Tetanus um mehr als 92 %, wĂ€hrend die Zahl der an diesen Krankheiten Verstorbenen um mindestens 99 % zurĂŒckging. Poliovirus, Masern sowie das Rötelnvirus gelten in den Vereinigten Staaten als ausgerottet, 1980 konnte die Welt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fĂŒr pockenfrei erklĂ€rt werden.cite-ref-pmid-18000199-18-0[18]

Umgekehrt starben weltweit nach SchĂ€tzung der WHO und der Global Alliance for Vaccines and Immunization (GAVI) allein im Jahr 2002 ĂŒber zwei Millionen Menschen an Infektionskrankheiten, die durch eine Impfung hĂ€tten verhindert werden können. Durch Impfprogramme diese Todesursachen zu verringern ist daher ein primĂ€res Ziel der WHO. Die Erfolge dieser Impfprogramme belegen die Wirksamkeit des Impfens. Die meisten verfĂŒgbaren Impfstoffe sind im Abschnitt Empfohlene Impfungen aufgelistet.

AbschwÀchung der Wirksamkeit durch Wechselwirkung mit Schmerzmitteln

Impfstoffe sind Arzneimittel, und bei gleichzeitigem Einwirken mehrerer Arzneimittel können Arzneimittelwechselwirkungen auftreten. Sie können bestehen in einer Steigerung oder Senkung der Wirksamkeit, im VerstĂ€rken oder Vermindern bekannter oder im Auftreten neuer Nebenwirkungen. In letzter Zeit mehren sich die Hinweise, dass bestimmte Medikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) bzw. nichtsteroidalen Antiphlogistika wie AcetylsalicylsĂ€ure (Aspirin), aber auch andere Nichtopioid-Analgetika wie Paracetamol und davon abgeleitete Substanzen die Wirksamkeit von Impfstoffen herabsetzen können.cite-ref-blaho-2009-19-0[19]cite-ref-prymula-2009-20-0[20]cite-ref-univro031109-21-0[21]cite-ref-spiegel-online-2009-22-0[22] Das wird darauf zurĂŒckgefĂŒhrt, dass diese Pharmaka ihre fiebersenkende und (bei den NSAR) auch entzĂŒndungsmindernde Wirkung dadurch erzielen, dass sie hemmend auf bestimmte Enzyme, die Cyclooxygenasen (COX), einwirken, weshalb sie auch Cyclooxygenasehemmer genannt werden. Die an der Prostaglandinsynthese beteiligten COX spielen aber eine wichtige Rolle auch bei der Immunabwehr. Das Blockieren des Enzyms hat offenbar die Nebenwirkung, die Produktion schĂŒtzender Antikörper nach einer Impfung zu verringern, da die terminale Differenzierung der B-Zellen zu antikörperproduzierenden Plasmazellen beeintrĂ€chtigt wird.cite-ref-pmid20050331-23-0[23]cite-ref-bancos-2009-24-0[24] Daher wird empfohlen, einige Zeit vor und nach der Impfung auf COX-hemmende Medikamente zu verzichten.cite-ref-wxxi-25-0[25]cite-ref-lungen-rzte-im-netz-2009-26-0[26]cite-ref-medscape-today-27-0[27]

Auffrischungsimpfung

Die Auffrischungsimpfung, auch als Auffrischimpfung, Wiederholungsimpfung oder Revakzination, auch als Boosterimpfung oder nur Booster bezeichnet, unterscheidet sich von der Grundimmunisierung dadurch, dass einmalig eine geringe Dosis gegeben wird, wodurch binnen etwa einer Woche wieder eine ausreichende Immunisierung des Patienten gegen eine bestimmte Infektionskrankheit erzielt wird. Nach der Grundimmunisierung sind fĂŒr die dauerhafte ImmunitĂ€t gegen die meisten Krankheitserreger Auffrischungsimpfungen nach unterschiedlich langen AbstĂ€nden notwendig. Die AbstĂ€nde zwischen den Auffrischungsimpfungen basieren auf Anwendungsbeobachtungen und hĂ€ngen sowohl vom Erreger als auch vom Impfstoff ab. Manche Impfungen können sogar ohne Auffrischungsimpfung einen lebenslangen Schutz vermitteln.

Beispielsweise konnte bei Pockenimpfungen eine PockenimmunitĂ€t noch bis zu 88 Jahre nach der Impfung nachgewiesen werden, die vergleichbar war mit der Immunisierung nach einer ĂŒberstandenen Erkrankung.cite-ref-pmid19028201-28-0[28] Nach Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln fanden sich zum grĂ¶ĂŸten Teil 20 Jahre spĂ€ter ausreichend hohe Antikörpertiter.cite-ref-pmid18419470-29-0[29] Ähnliches gilt fĂŒr Impfungen gegen Hepatitis A. Andere Impfstoffe, wie beispielsweise der Impfstoff gegen Keuchhusten oder Diphtherie, benötigen nach aktueller Empfehlung alle zehn Jahre eine Auffrischungsimpfung, da der Antikörperspiegel nach 4–12 Jahren nachlĂ€sst; eine natĂŒrliche erworbene ImmunitĂ€t nach einer Keuchhusten-Erkrankung lĂ€sst nach 4–20 Jahren nach.cite-ref-pmid15876927-30-0[30] Dagegen muss die Impfung gegen Influenza mit den bisherigen Impfstoffen jĂ€hrlich wiederholt werden.

Auffrischungsimpfung und zusĂ€tzliche Impfstoffdosen fĂŒr Grundimmunisierte

Nicht verwechselt werden sollte eine Auffrischungsimpfung mit der Verabreichung zusĂ€tzlicher Impfstoffdosen die zum Abschluss einer Grundimmunisierung notwendig wurden. Diese Teilimpfungen kommen im Rahmen der Grundimmunisierung z. B. im „2+1“-Schema oder „3+1“-Schema zum Tragen. Beim 3+1-Schema finden dreimal im Abstand von vier Wochen die notwendigen Teilimpfungen zur Grundimmunisierung statt. Beim 2+1-Schema betrĂ€gt der Abstand zwischen den beiden Teilimpfungen zur Grundimmunisierungen acht Wochen. Sechs Monate nach der Grundimmunisierung schließt das „2+1“-Schema ebenso wie das „3+1“-Schema regulĂ€r mit einer Auffrischimpfung ab.cite-ref-31[31]

Bei der COVID-19-Impfung in Deutschland wurde das Schema der Auffrischungsimpfungen zur COVID-19-PrĂ€vention noch wĂ€hrend der Pandemie optimiert. ZunĂ€chst wurden Impfserien mit den im EU/EWR dafĂŒr zugelassenen COVID-19-Impfstoffencite-ref-32[32] nach dem „2+1“-Schema verabreicht. Die Auffrischungsimpfung wurde zunĂ€chst im Abstand von sechs Monaten nach der Grundimmunisierung gegen COVID-19 verabreicht.cite-ref-stiko-impfempfehlung-29112021-33-0[33] Am 21. Dezember 2021 Ă€nderte die StĂ€ndige Impfkommission beim RKI (STIKO) ihre COVID-19-Impfempfehlung. Allen gegen COVID-19 grundimmunisierten Personen, denen bisher eine Auffrischungsimpfung mit einem Abstand von sechs Monaten nahegelegt wurde, wird ab 21. Dezember 2021 ein verkĂŒrzter Abstand zur Grundimmunisierung von mindestens drei Monaten empfohlen.cite-ref-rkk-2112021-infempf-16akt-34-0[34]

Die US-Behörde CDC hat am 3. Januar 2022 Auffrischungsimpfungen gegen COVID-19 fĂŒr 12- bis 15-JĂ€hrige zugelassen.cite-ref-35[35]

Nebenwirkungen

→

Hauptartikel

:

ReaktogenitÀt

Die Nebenwirkungen der heute amtlich empfohlenen Impfungen sind in der Regel so gering, dass sie nicht oder als nicht wesentlich wahrgenommen werden. Unterschieden wird dabei zwischen Impfreaktion und Impfkomplikation. Dabei bezeichnet die Impfstoff-ReaktogenitĂ€t das Ausmaß und die klinische Bedeutsamkeit der zu erwartenden Impfreaktion.

Bei der Bewertung von Reaktionen nach einer Impfung muss stets bedacht werden, dass Impfungen bei gesunden Menschen durchgefĂŒhrt werden und eine anschließende Erkrankung als stark empfunden wird. Die Erwartung schwerer Nebenwirkungen kann zu einer gesteigerten Selbstbeobachtung fĂŒhren (Nocebo-Effekt). Als Folge können zufĂ€llig auftretende Befindlichkeitsstörungen, die normalerweise gar nicht beachtet wĂŒrden, plötzlich bewusst wahrgenommen und irrtĂŒmlich der Impfung angelastet werden.

Als sogenannte Impfreaktion werden kurzzeitig und vorĂŒbergehende Lokal- und Allgemeinreaktionen bezeichnet. Diese können als temporĂ€re, leichtere Nebenwirkungen wie Schmerzen, Spannung und Schwellung an der Injektionsstelle, Abgeschlagenheit oder Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.cite-ref-36[36] In Doppelblind-Versuchen ohne Einwirkung von Erregern, bei denen die eine HĂ€lfte der Freiwilligen den Impfstoff, die andere HĂ€lfte eine Kochsalzlösung oder ein Aluminiumhydroxid-haltiges Adjuvans injiziert bekommt, berichten beide Gruppen bei den meisten amtlich empfohlenen Impfstoffen ĂŒber quantitativ und qualitativ Ă€hnliche Nebenwirkungen: z. B. Schwindel, Kopfschmerzen, SchwĂ€chegefĂŒhl, Muskelschmerzen.

| Symptom/Erkrankung | Komplikationsrate bei Erkrankung | Komplikationsrate nach Impfung |
|---|---|---|
| | Masern | MMR |
| Exanthem | 98 % | 5 %, abgeschwÀcht |
| Fieber | 98 %, meist hoch | 3 bis 5 %, sehr selten hoch |
| FieberkrĂ€mpfe | 7 bis 8 % | ≀ 1 % |
| Verminderung der Thrombozytenzahl | 1/3000 | 1/30.000 bis 1/50.000 |
| Enzephalitis | 1/1000 bis 1/10.000 | 0 [ 38 ] |
| LetalitÀt | 1/1000 bis 1/20.000 | 0 |
| | Mumps | MMR |
| EntzĂŒndung der SpeicheldrĂŒse | 98 % | 0,5 % |
| Pankreatitis | 2 bis 5 % | 0,5 % |
| HodenentzĂŒndung bei Jugendlichen und erwachsenen MĂ€nnern | 20 bis 50 % | 1/1.000.000 |
| Meningitis | ~ 15 % | 1/1.000.000 |
| Taubheit | 1/20.000 | 0 |
| | Röteln | MMR |
| Gelenkbeschwerden bei Frauen | 40 bis 70 %, anhaltend | 1/10.000, meist kurz und schwach |
| Enzephalitis | 1/6000 | 0 |
| Verminderung der Thrombozytenzahl | 1/3000 | 1/30.000 bis 1/50.000 |
| Rötelnembryofetopathie bei Infektion in der Schwangerschaft | > 60 % | 0 |

Eine Impfkomplikation ist eine ĂŒber das ĂŒbliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehende Komplikation nach einer Impfung. Lebendimpfstoffe können in seltenen FĂ€llen zu einem Ausbruch derjenigen Krankheit fĂŒhren, gegen die geimpft wurde. Zum Beispiel treten bei fĂŒnf Prozent der Geimpften gegen Masern nichtinfektiöse sogenannte „Impfmasern“ auf, die nach 1–3 Tagen wieder abklingen.cite-ref-39[39] Die Nebenwirkungen der Impfung beinhalten dann die Symptome der Krankheit, beispielsweise leichten Ausschlag oder Fieber; sie verlaufen in der Regel aber leichter als die „natĂŒrliche“ Infektion. In sehr seltenen FĂ€llen kann es zu einem allergisch-anaphylaktischen Schock als Reaktion auf die Inhaltsstoffe einer Impfdosis kommen.cite-ref-0-40-0[40] Dies wurde in 33 FĂ€llen (hĂ€ufig mit Vorerkrankungen wie Atopien oder Asthma) bei 25,2 Millionen verabreichten Impfdosen beobachtet, keiner der FĂ€lle verlief tödlich.cite-ref-0-40-1[40]

Neben dem Wirkstoff selber können enthaltene Zusatzstoffe (siehe auch: Impfstoff#Zusammensetzung) wie z. B. Aluminiumverbindungen, Quecksilberverbindungen (Thiomersal), Formaldehyd und Antibiotika oder Stoffe aus der Herstellung des Wirkstoffs wie HĂŒhnereiweiß eine solche Reaktion auslösen. Über dieses Risiko, ebenso wie ĂŒber das Risiko der Impfung, mĂŒssen die Ärzte vor der Impfung ausreichend aufklĂ€ren. Wer impft, muss durch Übung und geeignete AusrĂŒstung darauf vorbereitet sein, mögliche lebensbedrohliche allergische Reaktionen auf eine Impfung zu behandeln.

Bei Impfstoffen sind keine Langzeit-Nebenwirkungen oder LangzeitschÀden (SchÀden, die erst nach Jahren auftreten) bekannt.cite-ref-2-41-0[41] Dies liegt daran, dass die Bestandteile einer Impfung im Körper schnell abgebaut werden. Infolgedessen werden die meisten Nebenwirkungen hauptsÀchlich innerhalb von Stunden oder Tagen beobachtet. Mit Langzeitfolgen sind sehr seltene Nebenwirkungen gemeint, die man statistisch erst nach vielen Jahren erfassen kann.cite-ref-2-41-1[41]

Seit dem 1. Januar 2001 gilt fĂŒr Ärzte in Deutschland die im Infektionsschutzgesetz (IfSG) verankerte „Meldeverpflichtung eines Verdachtes einer ĂŒber das ĂŒbliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen SchĂ€digung“ (Impfschaden im Sinne des § 2 Nr. 11 IfSG).cite-ref-42[42] Nach § 6 Abs. 1, Nr. 3. IfSG besteht eine Meldepflicht fĂŒr Ärzte an das Gesundheitsamt, wenn nach einer Impfung auftretende Symptome, die ĂŒber eine Impfreaktion hinausgehen, in einem ursĂ€chlichen Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten. Dieses Meldesystem ist ein sogenanntes Spontanerfassungssystem, um frĂŒhzeitig Risikosignale von Impfnebenwirkungen zu erkennen, die bei der Zulassung nicht erfasst wurden. Bis zum 31. Dezember 2003 wurden in allen Altersgruppen 3328 FĂ€lle von möglichen Impffolgen registriert (in drei Jahren, bei etwa 30 Millionen Impfdosen/Jahr). Von diesen Betroffenen trugen vier Prozent einen bleibenden Schaden davon und 1,6 % verstarben (hauptsĂ€chlich belegte Koinzidenzen). In der Mehrzahl der dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldeten VerdachtsfĂ€lle wurde der Kausalzusammenhang zwischen Impfung und Erkrankung als unwahrscheinlich bewertet. In den anderen FĂ€llen war der kausale Zusammenhang mit der Impfung wegen fehlender valider wissenschaftlicher Daten nicht beurteilbar. Ein Zusammenhang zwischen Impfung und Reaktion gilt nur bei 0,2 % aller IfSG-Meldungen als gesichert. In Deutschland besteht ein Anspruch auf Leistungen der VersorgungsĂ€mter, wenn eine Gesundheitsstörung möglicherweise auf eine öffentlich empfohlene Impfung zurĂŒckzufĂŒhren ist. Der Patient braucht jedoch nicht zu beweisen, dass die Impfung ursĂ€chlich fĂŒr seine Krankheit war.cite-ref-43[43]

Im Vergleich der Zahlen der möglichen Impfreaktionen mit den erfolgten Impfungen im selben Zeitraum ergibt sich ein sehr geringes Risiko, beispielsweise 250 IfSG-Meldungen zu möglichen Reaktionen von etwa sechs bis acht Millionen Impfdosen auf den MMR-Impfstoff im selben Zeitraum.cite-ref-keller2004-44-0[44] Die Rate der Meldungen hĂ€ngt jedoch trotz der gesetzlichen Meldepflicht von der Motivation und FĂ€higkeit der Ärzte ab. Daher ist die Spontanerfassung allein nicht geeignet, die HĂ€ufigkeit von Impfnebenwirkungen abzuschĂ€tzen. HierfĂŒr dienen aktiv erfassende Pharmakovigilanzsysteme und auf die jeweilige Impfkomplikation ausgerichtete Studien.

Allgemein verfĂŒgen Impfungen ĂŒber ein exzellentes Sicherheitsprofil.cite-ref-45[45]

„Falsche“ Gegenanzeigen

HĂ€ufig unterbleiben indizierte Impfungen (oder werden auf unbestimmte Zeit verschoben und schließlich vergessen), weil bestimmte UmstĂ€nde irrtĂŒmlich als Impfhindernis angesehen werden. Nach Angaben des Robert Koch-Institutscite-ref-47[46.1] sind dies insbesondere:

‱ banale Infekte, auch wenn sie mit leichtem Fieber einhergehen (bis 38,5 °C),
‱ FieberkrĂ€mpfe in der Patienten-Vorgeschichte,
‱ Antibiotika-Einnahme,
‱ ImmunschwĂ€che (Ausnahme sind bestimmte Lebendimpfstoffe; allgemein gilt jedoch, dass gerade immungeschwĂ€chte Personen auf den Impfschutz besonders angewiesen sind) und
‱ chronische Krankheiten (einschließlich neurologische Erkrankungen), sofern keine spezifischen Kontraindikationen vorliegen.cite-ref-48[47] Diese Personen sind wegen schwerer VerlĂ€ufe und Komplikationen impfprĂ€ventabler Krankheiten besonders gefĂ€hrdet.

Ökonomische Ersparnisse

Das Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnis von Impfungen wurde anhand von Modellrechnungen ermittelt. So hat eine Berechnung in Österreich von 2003 ergeben, dass jede Masernschutzimpfung eine volkswirtschaftliche Ersparnis von ca. 600 Euro aufgrund der dadurch vermiedenen Masernerkrankung ergibt.cite-ref-1-49-0[48] Hierbei wurden die Kosten einer Behandlung der mit einer Maserninfektion einhergehenden Nebenwirkungen berĂŒcksichtigt.

Der betrĂ€chtliche ökonomische Nutzen von Impfungen konnte auch fĂŒr die Pneumokokkenimpfung durch die Analyse von Silvia Evers und Mitarbeitern der UniversitĂ€t Maastrich 2007 gezeigt werden.cite-ref-50[49] Als obere Schranke galten dabei 50.000 Euro pro qualitĂ€tsgleichem Lebensjahr (QALY; 1 QALY entspricht einem in völliger Gesundheit verbrachten Lebensjahr). Maßnahmen, die weniger als 50.000 Euro pro QALY kosten, gelten Gesundheitsökonomen als kosteneffizient. Evers’ Analyse erstreckte sich auf zehn europĂ€ische LĂ€nder. Es ergaben sich Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnisse zwischen 9239 (DĂ€nemark) und 23.657 Euro pro QALY (Schweden). Deutschland rangiert in diesen Berechnungen mit 17.093 Euro pro QALY im Mittelfeld.

Weitere internationale Studien (z. B. zu KinderlĂ€hmung, Keuchhusten oder Hepatitis B) bezĂŒglich des ökonomischen Nutzens ergaben zum Teil betrĂ€chtliche Einsparungen durch Impfungen.cite-ref-1-49-1[48]

Impfung mit fraktionierter Dosis

Eine Impfung mit einem Bruchteil der Standarddosiscite-ref-5-51-0[50] kann erwogen werden, wenn der Impfstoff nicht in genĂŒgender Menge vorhanden ist, um den Bedarf einer Bevölkerung zu decken. Typische Szenarien sind ein limitiertes Gesundheitsbudget in armen LĂ€ndern oder die FrĂŒhphase einer Pandemie, wenn noch nicht genĂŒgend Impfstoff fĂŒr alle vorhanden ist. Der Nutzen der Impfung mit fraktionierter Dosis (englisch fractional dose vaccination) setzt eine nichtlineare Dosis-Wirkungsbeziehung voraus, d. h. es können mit einer Teilimpfung (trotz reduzierter individueller EffektivitĂ€t) auf Gesellschaftsebene mehr KrankheitsfĂ€lle verhindert werden als mit einer vollen Impfung nur eines Teils der Bevölkerung.cite-ref-52[51] In randomisierten klinischen Studien wurde die Wirksamkeit dieser Strategie fĂŒr Gelbfiebercite-ref-5-51-1[50] und KinderlĂ€hmungcite-ref-53[52] gezeigt.

Wirkungsweise auf die Verbreitung von Infektionskrankheiten

| Krankheit | Übertragungsweg | R 0 | Mindestanteil Immunisierter |
|---|---|---|---|
| Masern | Tröpfcheninfektion | 12–18 | 83–94 % |
| Mumps | Tröpfcheninfektion | 4–7 | 75–86 % |
| Polio | fĂ€kal-orale Infektion | 5–7 | 80–86 % |
| Röteln | Tröpfcheninfektion | 5–7 | 80–85 % |
| Pocken | Tröpfcheninfektion | 6–7 | 83–85 % |
| Die Basisreproduktionszahl R 0 gibt an, wie viele weitere Personen eine infizierte Person ansteckt, falls die sie umgebende Population oder Subpopulation weder geimpft noch anderweitig vor Infektionen geschĂŒtzt wird. | Die Basisreproduktionszahl R 0 gibt an, wie viele weitere Personen eine infizierte Person ansteckt, falls die sie umgebende Population oder Subpopulation weder geimpft noch anderweitig vor Infektionen geschĂŒtzt wird. | Die Basisreproduktionszahl R 0 gibt an, wie viele weitere Personen eine infizierte Person ansteckt, falls die sie umgebende Population oder Subpopulation weder geimpft noch anderweitig vor Infektionen geschĂŒtzt wird. | Die Basisreproduktionszahl R 0 gibt an, wie viele weitere Personen eine infizierte Person ansteckt, falls die sie umgebende Population oder Subpopulation weder geimpft noch anderweitig vor Infektionen geschĂŒtzt wird. |

Impfungen wirken auch auf die Verbreitung von Infektionskrankheiten in einer Bevölkerung. Das Spezialgebiet der mathematischen Modellierung in der Epidemiologie untersucht das epidemiologische Verhalten von Infektionskrankheiten und kann die Auswirkungen von Impfprogrammen berechnen. Hohe Durchimpfungsraten in einer Population können unter bestimmten Bedingungen zusĂ€tzlich zur ImmunitĂ€t der Geimpften auch eine HerdenimmunitĂ€t (kollektive ImmunitĂ€t) bewirken, die auch dem Schutz von Ungeimpften vor einer Erkrankung dient, weil durch den hohen Anteil Immunisierter die Zirkulation des Erregers innerhalb der Population eingeschrĂ€nkt wird. Der Herdeneffekt verringert das Risiko einer Exposition von Ungeimpften wie SĂ€uglingen, Ă€lteren Menschen oder immundefizienten Patienten gegenĂŒber Erregern, gegen die sie selbst nicht immun sind.

Wird beim lokalen Ausbruch einer Infektionskrankheit versucht, durch eine rasche Impfaktion noch eine HerdenimmunitÀt aufzubauen, spricht man auch von einer Riegelimpfung.

Nach EinschĂ€tzung des Robert Koch-Instituts gehören Impfungen zu den „wichtigsten und wirksamsten prĂ€ventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur VerfĂŒgung stehen“.cite-ref-roko2-55-0[54] So haben umfassende Impfprogramme seit Mitte des 20. Jahrhunderts zur massiven Reduktion verschiedener Infektionskrankheiten oder sogar zu deren regionaler oder – wie im Falle der Pocken – globaler Ausrottung gefĂŒhrt.cite-ref-cdc1-56-0[55]cite-ref-z1-57-0[56] Zudem tragen sie zu einer Reduktion der Sterblichkeit bei Kindern bei, was Untersuchungen in den Niederlanden ergeben haben.cite-ref-58[57] Mithin zĂ€hlt die Gesundheitsbehörde der USA, die Centers for Disease Control and Prevention (CDC), die Impfung zu den zehn herausragenden Errungenschaften der Medizin und des öffentlichen Gesundheitswesens.cite-ref-cdc2-59-0[58]cite-ref-cdc3-60-0[59] Die Impfung ist damit der bedeutsamste Teil der Dispositionsprophylaxe innerhalb des allgemeinen Infektionsschutzes.

Noch im zwanzigsten Jahrhundert kam es bis zur Eradikation der Pocken 1978 zu weltweit geschÀtzten 375 Millionen TodesfÀllen, weitere inzwischen durch Impfung kaum noch auftretende Infektionskrankheiten forderten in den USA im zwanzigsten Jahrhundert noch 39 Millionen Erkrankungen. Es wird geschÀtzt, dass weiterhin jÀhrlich 1,5 Millionen Kinder (drei pro Minute) an durch Impfung verhinderbaren Infektionen sterben.cite-ref-61[60]

Positive Nebenwirkungen

Impfungen schĂŒtzen nicht nur vor Infektionskrankheiten, sondern haben laut aktuellen Studien auch weitreichende positive Nebeneffekte: Sie senken das Risiko fĂŒr Herzinfarkte, SchlaganfĂ€lle und Demenz. So reduzierte etwa die Grippeimpfung bei Herzpatienten die Gesamtsterblichkeit um 41 %. Die GĂŒrtelrose-Impfung senkt das Demenzrisiko um 20 %.cite-ref-62[61] Wissenschaftler vermuten, dass Impfungen entzĂŒndliche Prozesse im Körper verhindern, die Organe wie Herz und Gehirn schĂ€digen können. Auch in der Krebsbehandlung zeigen mRNA-Impfstoffe vielversprechende Effekte. Dank moderner Datenanalyse werden diese ZusammenhĂ€nge zunehmend erkannt und könnten kĂŒnftig gezielt fĂŒr PrĂ€vention und Therapie genutzt werden.cite-ref-63[62]

Impfprogramme

Pocken

Die Pocken, auch Blattern genannt, sind eine gefĂ€hrliche Infektionskrankheit. Das Pockenvirus kann direkt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion beim Husten ĂŒbertragen werden. Symptome sind starkes Fieber, SchĂŒttelfrost und die typischen BlĂ€schen an fast allen Stellen des Körpers, die zu Pockennarben fĂŒhren. In schwereren FĂ€llen können Erblindung, Taubheit, LĂ€hmungen oder HirnschĂ€den auftreten sowie in 30 % der FĂ€lle der Tod.

Durch ein konsequentes Impf- und BekĂ€mpfungsprogramm der Weltgesundheitsorganisation WHO und anderer Gesundheitsorganisationen wurde erreicht, dass 1980 die Welt von der WHO fĂŒr pockenfrei erklĂ€rt werden konnte. Der weltweit vorletzte Fall wurde im Jahr 1977 in Merka (Somalia) bei einem nicht geimpften Koch dokumentiert. Durch die Impfung von ĂŒber 50.000 Menschen in seiner Umgebung wurde sichergestellt, dass von dort keine Epidemie mehr entstehen konnte.cite-ref-64[63] Der letzte Todesfall ereignete sich im Jahre 1978 bei der britischen Fotografin Janet Parker.

Die Pockenimpfung selbst ist eine nicht ganz komplikationsfreie Impfung mit einem Lebendimpfstoff und wird heutzutage nicht mehr durchgefĂŒhrt, da keine unmittelbare Bedrohung mehr besteht. Dennoch sind weitere Pockeninfektionen, z. B. durch LaborunfĂ€lle oder Bioterrorismus, nicht völlig ausgeschlossen.

KinderlÀhmung

Die KinderlĂ€hmung oder Poliomyelitis ist eine durch das Poliovirus ĂŒbertragene Infektionskrankheit. WĂ€hrend die meisten Erkrankungen einen unkomplizierten und nahezu symptomfreien Verlauf aufweisen, verlaufen 10–20 % schwerwiegender mit starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, gastrointestinalen Symptomen und Muskelschmerzen. Bei 0,1 % aller Infektionen werden weiterhin die Nervenzellen des RĂŒckenmarkes und/oder des Gehirns von dem Virus direkt befallen: dies ist die paralytische Poliomyelitis-Form, bei der dauerhafte LĂ€hmungen auftreten. Bei den letzten grĂ¶ĂŸeren Epidemien in Deutschland 1952/53 wurden immerhin 15.000 paralytische FĂ€lle bekannt. Diese LĂ€hmungen fĂŒhren in 1–4 % der FĂ€lle zum Tode. Neben diesen akuten Folgen entwickeln bis zu 60 % der Menschen, die frĂŒher wegen akuter Poliomyelitis im Krankenhaus behandelt werden mussten, noch Jahre spĂ€ter Post-Poliomyelitis-Symptome, etwa in Form von starken ErmĂŒdungserscheinungen, MuskelkrĂ€mpfen, Schmerzen.

Österreich fĂŒhrte 1961 auf gesetzlicher Grundlage eine großangelegte und bundesweite Massenimpfkampagne durch, die es im Westen bis dahin noch nicht gegeben hatte.cite-ref-65[64] Im Jahr 1962 (in der DDR bereits ab 1960) wurde die orale Poliomyelitis-Schutzimpfung in Deutschland wie auch in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern eingefĂŒhrt. Bereits 1965, nur vier Jahre nach Beginn der ersten Impfkampagne, hatte sich die Zahl der im Bundesgebiet erfassten Erkrankungen auf weniger als 50 Neuerkrankungen reduziert. Im Vergleich zu den 4.670 gemeldeten Neuerkrankungen im Jahr 1961 war das ein RĂŒckgang um 99 %. Die letzten beiden einheimischen Erkrankungen durch Polio-Wildviren traten in Deutschland in den Jahren 1986 und 1990 auf, die letzten importierten FĂ€lle wurden 1992 erfasst.

Die „Schluckimpfung“ gegen Polio war die Ursache fĂŒr eine seltene, aber schwerwiegende Impfkomplikation: VermehrungsfĂ€hige, abgeschwĂ€chte Impfviren konnten in das Wildtypvirus rĂŒckmutieren und mit einer HĂ€ufigkeit von 1:890.000 bei der Erstimpfung eine Vakzine-assoziierte Poliomyelitis (VAPP) verursachen. Da das Poliovirus inzwischen aus Europa weitgehend verschwunden ist, wurde dieses Risiko als nicht mehr akzeptabel erachtet. Deshalb wird seit 1998 gegen Polio ein Totimpfstoff (IPV) ohne dieses Nebenwirkungsrisiko injiziert.

Im Jahr 1980, nach offizieller Ausrottung der Pocken, setzte sich die WHO die globale Ausrottung der Poliomyelitis als Ziel. Drei der sechs WHO-Regionen werden inzwischen als „Polio-frei“ bezeichnet (Amerika 1994, Westpazifik 2000, Europa 2002). Durch ausgedehnte Impfprogramme konnte Polio auch weitestgehend in Afrika und Asien zurĂŒckgedrĂ€ngt werden. Inzwischen gelten nur noch wenige LĂ€nder als endemisch fĂŒr Polioviren (Nigeria, Pakistan, Afghanistan). Bei nachlassenden ImpfbemĂŒhungen in den NachbarlĂ€ndern kommt es jedoch immer wieder zu AusbrĂŒchen der Poliomyelitis durch Re-Importe, zuletzt 2006 in Namibia.cite-ref-66[65] Seit Januar 2014 gilt die Poliomyelitis in Indien als ausgerottet.cite-ref-67[66]

Da die Poliomyelitis noch nicht ausgerottet ist, ist die Gefahr auch fĂŒr Europa noch nicht gebannt. So kam es beispielsweise in einem Teil der Niederlande in den Jahren 1992/93 – also mitten im sonst schon Polio-freien Europa – zu einer regionalen Polio-Epidemie, die innerhalb weniger Wochen trotz der relativ kleinen Bevölkerungszahl Dutzende von lebenslang GelĂ€hmten und einige Tote zur Folge hatte. Ein Teil der Bevölkerung dort verweigert aus religiösen GrĂŒnden jede Impfung. Abgesehen davon ist dieser Teil der niederlĂ€ndischen Bevölkerung genauso gut gebildet, gesundheitlich und mit Nahrung und Wohnungen versorgt usw. wie der Rest des Landes. Die Analyse des Virus ergab, dass der spezielle fĂŒr diesen Ausbruch verantwortliche Virusstamm wahrscheinlich nicht von außen importiert worden war, sondern innerhalb der nicht geimpften Population ĂŒberlebt hatte.cite-ref-68[67] Bei Nachlassen der Polio-Durchimpfungsraten könnte die KinderlĂ€hmung somit rasch wieder nach Europa zurĂŒckkehren.

Masern

Neben der Poliomyelitis hat die WHO auch die globale Eliminierung der Masern als Ziel vorgegeben. Derzeit (Stand 2005) ist dies auf den Kontinenten Amerika und Australien sowie in Skandinavien erreicht worden. Seit 1973 wird die Masern-Impfung in Deutschland empfohlen, und heutzutage werden etwa 90 % Durchimpfungsraten bei SchulanfĂ€ngern erreicht. Die bundesweite Inzidenz der Masern im Jahr 2004 betrug deutschlandweit 0,15 pro 100.000 Einwohner (121 gemeldete MasernfĂ€lle insgesamt). Sie lag damit erstmals in allen BundeslĂ€ndern unter dem Schwellenwert von 1 pro 100.000 Einwohner. Dennoch entstehen immer wieder lokale AusbrĂŒche der Masern, von denen insbesondere ungeimpfte Kinder betroffen sind, beispielsweise Masernepidemien mit schweren Komplikationen und TodesfĂ€llen in Hessen, Bayern, Baden-WĂŒrttemberg und Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2005 bis 2008.cite-ref-rki-masern-69-0[68] Im Jahr 2005 wurden dem Robert Koch-Institut 780 Masernerkrankungen gemeldet (0,95 FĂ€lle pro 100.000 Einwohner), 2006 waren es bis September bereits 2242 (2,72 FĂ€lle pro 100.000 Einwohner).cite-ref-survstat-70-0[69] Diese AusbrĂŒche bleiben dank der hohen Durchimpfung jedoch meist regional begrenzt.

Die Schweiz wurde seit 1999 von drei Masernepidemien betroffen: im Jahr 2003, von Ende 2006 bis Sommer 2009 und im Jahr 2011. Der Ausbruch 2006–2011 war erheblich, insgesamt wurden 4371 FĂ€lle gemeldet.cite-ref-71[70] Eine schlechte Durchimpfungsrate wird fĂŒr den starken Ausbruch verantwortlich gemacht.cite-ref-72[71] Weltweit sind die der WHO gemeldeten Erkrankungen von etwa vier Millionen (Durchimpfung 13 %) im Jahr 1980 auf etwa 500.000 FĂ€lle (Durchimpfung 80 %) im Jahr 2003 und 139.300 FĂ€lle (Durchimpfung 85 %) im Jahr 2010 gesunken.cite-ref-who-73-0[72]

Weitere laufende Impfprogramme

Bei anderen Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und anderen ist zwar eine weltweite Ausrottung nicht erreichbar, aber die in deutschsprachigen und vielen anderen LĂ€ndern erreichten Erfolge der Schutzimpfung sind sehr eindrucksvoll. Beispielsweise wurde seit 2000 kein Erkrankungsfall der Diphtherie mehr in Deutschland gemeldet. GegenwĂ€rtig sind 97 % der Kinder mit vorhandenem Impfausweis ausreichend gegen Diphtherie geimpft. Bei den Erwachsenen haben nur noch etwa 30 % Antikörper in schĂŒtzender Menge, weil ihnen vielfach Auffrischimpfungen fehlen, die in 10-jĂ€hrigem Abstand vorgenommen werden sollten. UngeschĂŒtzte Jugendliche und Erwachsene sind daher gegenwĂ€rtig Nutznießer der hohen PopulationsimmunitĂ€t bei den Kindern. Bei Kontakt zu einem importierten Erkrankungsfall, bei Kontakten zu infizierten Personen aus Epidemie- oder Endemiegebieten oder bei Reisen in Endemiegebiete sind sie jedoch gefĂ€hrdet.

Bei der BekĂ€mpfung des Keuchhustens (Pertussis) wurden im alten Bundesgebiet und in der DDR unterschiedliche Strategien verfolgt. Von 1974 bis 1991 wurde die Impfung in der BRD aus Furcht vor einzelnen Impfnebenwirkungen nur noch fĂŒr Kinder mit individuell hohem Erkrankungsrisiko empfohlen. Dies fĂŒhrte zu einer sehr niedrigen Impfquote (weniger als zehn Prozent) und einer entsprechend hohen Erkrankungsrate bei SĂ€uglingen und Kindern. In der DDR war die Pertussis-Schutzimpfung seit 1964 etabliert, es wurden Impfquoten von rund 90 % erreicht. Der Keuchhusten war bei den Klein- und Schulkindern weitgehend eliminiert, die noch nicht geschĂŒtzten SĂ€uglinge profitierten vom Impfschutz ihrer Ă€lteren Geschwister. Direkt nach der Wiedervereinigung kam es in den neuen BundeslĂ€ndern zu einem deutlichen RĂŒckgang der Impfquoten und nachfolgend zu einem Wiederanstieg der MorbiditĂ€t, was sich aufgrund der fortgesetzten Erfassung durch Meldung der Pertussis in den neuen BundeslĂ€ndern nachweisen lĂ€sst: Es folgte ein Anstieg von 0,2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner im Jahr 1991 auf 20,4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner im Jahr 2000. Weder die Impfung noch die abgelaufene Erkrankung mit Keuchhusten garantieren einen lebenslangen Schutz vor einer neuen Erkrankung. Keuchhusten ist nur fĂŒr Kleinkinder gefĂ€hrlich, fĂŒr alle anderen belastend und langwierig. Zudem fĂŒhrt die Behandlung auch zu einem massiven Antibiotika-Einsatz in den betroffenen Familien mit der Gefahr einer vermehrten Resistenzentwicklung in der Bevölkerung. Dies wĂ€re bei einer Erhöhung der ImpfimmunitĂ€t vermeidbar (diese liegt bei Kindern derzeit (Stand 2005) bei 87 %). Der Versuch einer weitgehenden Eliminierung dieser Erkrankung wĂŒrde regelmĂ€ĂŸige Wiederimpfungen sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen erfordern.cite-ref-rki2002-74-0[73]cite-ref-rki23-2005-75-0[74]

Mittlerweile konnte die Pneumokokkenimpfung ihre Wirksamkeit auf epidemiologischer Ebene nachweisen. Sie senkte bei den unter ZweijĂ€hrigen drastisch die Zahl der Hospitalisierungen durch LungenentzĂŒndungen.cite-ref-lancet-9568-76-0[75]

Neue Impfungen und Entwicklungen

Impfstoffe gegen die meisten Arten von Enteroviren, gegen Hepatitis C, Tuberkulose, Syphilis, Gonorrhoe, HIV und durch Parasiten wie Plasmodien ausgelöste Krankheiten wie insbesondere die Malaria stehen bisher nicht zur VerfĂŒgung. Mehrere neue Impfstoffe befinden sich aber in der Entwicklung, Zulassung oder bereits MarkteinfĂŒhrung:

In Europa und den USA sind seit 2006 zwei Impfstoffecite-ref-aerzteblatt-52955-77-0[76] gegen Humane Rotaviren, die Erreger schwerer Durchfallerkrankungen bei SĂ€uglingen und Kleinkindern, zugelassen. Die Food and Drug Administration ließ im FrĂŒhjahr/Sommer 2006 in den USA einen Impfstoff gegen bestimmte Papillomaviren zu,cite-ref-aerzteblatt-24492-78-0[77] die neben Genitalwarzen auch GebĂ€rmutterhalskrebs verursachen. Dieser Impfstoff, der inzwischen in Deutschland zugelassen wurde und in den meisten LĂ€ndern Europas schon erhĂ€ltlich ist, ist somit neben dem gegen das Hepatitis-B-Virus ein weiterer, der auch der PrĂ€vention gegen bestimmte Krebsarten dient. Im Jahr 2010 wurde in den USA ein therapeutischer Impfstoff zur Behandlung von Prostatakrebs zugelassen.cite-ref-79[78]

Auch alte Impfstoffe werden im Zuge eines Impfstoffdesigns bestĂ€ndig weiterentwickelt, um die Reinheit der Produkte zu verbessern, die Wirkung und die Ansprechraten zu erhöhen. So werden heute viele Impfstoffe nicht mehr durch chemische Inaktivierung eines Erregers hergestellt, sondern durch Gentechnik lassen sich gezielt bestimmte immunogene Teile eines Erregers produzieren. Durch die gezielte Antigen-Auswahl wird so das Immunsystem eines Patienten trotz grĂ¶ĂŸerer Anzahl an verfĂŒgbaren Impfstoffen weniger Antigenen insgesamt ausgesetzt. Auch neue Applikationsformen werden entwickelt, beispielsweise soll die nasale Applikation eines neuen Influenza-Impfstoffs den natĂŒrlichen Infektionsweg besser imitieren.cite-ref-pmid17301299-80-0[79] Durch einen adoptiven Zelltransfer kann eine Immunisierung ex vivo durchgefĂŒhrt werden.

Aussichtsreich sind aber auch neue Impfstoffe, beispielsweise gegen Helicobacter pylori, den Haupterreger von Magen- und ZwölffingerdarmgeschwĂŒren, und gegen das Herpes-simplex-Virus, einen Verursacher von Herpes simplex. An verschiedenen Impfstoffen gegen die Tropenkrankheit Malaria wird geforscht.cite-ref-pmid12535387-81-0[80]

Die Entwicklung von Impfstoffen gegen HIV, das Epstein-Barr-Virus (Auslöser des Pfeifferschen DrĂŒsenfiebers), viele Krebs-Arten, weitere Durchfallerkrankungen und viele andere Infektionskrankheiten befinden sich noch in einer frĂŒhen klinischen Entwicklungsphase.cite-ref-82[81]

ImpfmĂŒdigkeit und Gegenmaßnahmen

Durch die sogenannte „ImpfmĂŒdigkeit“, d. h. die VernachlĂ€ssigung oder bewusste Ablehnung der empfohlenen Schutzimpfungen, treten manche Infektionskrankheiten wieder vermehrt auf. Sinkt die Durchimpfungsrate unter die kritische Schwelle fĂŒr die HerdenimmunitĂ€t, stellt die ImpfmĂŒdigkeit zudem eine fĂŒr Risikogruppen wie SĂ€uglinge, Alte und immundefiziente Patienten lebensbedrohende Verhaltensweise dar.

Eine Ursache der ImpfmĂŒdigkeit liegt neben der unten dargestellten Impfkritik in der großen Wirksamkeit der Impfungen selbst und dem durchschlagenden Erfolg der staatlichen Impfprogramme begrĂŒndet: Zahlreiche Krankheiten, die vor wenigen Generationen noch weit verbreitet und gefĂŒrchtet waren, haben ihren Schrecken verloren, da sie heute kaum noch jemand aus eigener Anschauung kennt.cite-ref-thieme-impfm-digkeit-83-0[82] Infolgedessen bestehen bei Kindern vor allem bei der Mumps-Masern-Röteln- und der Hepatitis-B-Impfung mittlerweile große ImpflĂŒcken. Termine zur Nachimpfung werden hĂ€ufiger nicht wahrgenommen, und insbesondere Erwachsene versĂ€umen Auffrischimpfungen gegen Tetanus und Diphtherie. Deshalb kommt es immer wieder zu lokalen Epidemien von Infektionskrankheiten, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen 2006 zu einer Masern-Epidemie mit ĂŒber 2000 Erkrankten.cite-ref-rki-masern-69-1[68] Epidemiologen beobachten mit wachsender Sorge ein Absinken der Impfquoten in Deutschland und anderen Industrienationen: So lag die Durchimpfungsquote z. B. bei Masern im Jahr 2009 in manchen FĂ€llen schon bei unter 80 Prozent der Bevölkerung, in Deutschland sogar nur um 70 Prozent.cite-ref-infection-research-01-84-0[83]cite-ref-pmid-20460089-85-0[84] Dies liegt weit unter der von der WHO fĂŒr die hochansteckenden Masern empfohlenen Durchimpfung von mindestens 95 Prozent der Bevölkerung, die notwendig wĂ€re, um KrankheitsausbrĂŒche in der Bevölkerung wirksam zu verhindern.cite-ref-pmid-20460089-85-1[84]cite-ref-10-1016-s0140-6736-08-61849-8-86-0[85]cite-ref-stern-01-87-0[86]

Daher ist es erklĂ€rtes Ziel der Gesundheitsbehörden, die Grundimmunisierungen und Auffrischimpfungen flĂ€chendeckend durchzufĂŒhren, um die HerdenimmunitĂ€t der Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Als Maßnahmen gegen die ImpfmĂŒdigkeit gibt es öffentliche Impfempfehlungen der GesundheitsĂ€mter (Impfkalender) und die EuropĂ€ische Impfwoche der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Das „Epidemiologie-Gesetz“ (Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung ĂŒbertragbarer Krankheiten) ist im Juli 2017 in Kraft getreten.cite-ref-88[87] Hierbei mĂŒssen bundesweit die Leitungen von Kindertageseinrichtungen Eltern, die an der verpflichtenden Impfberatung fĂŒr ihre Kinder nicht teilnehmen, kĂŒnftig beim Gesundheitsamt melden. Es ist keine Impfpflicht, sollte aber ImpflĂŒcken schließen.cite-ref-89[88] Bereits 2015 hatte das PrĂ€ventionsgesetz Eltern bundesweit verpflichtet, vor dem ersten Besuch ihres Kindes in einer Kita (oder einem Kindergarten) sich zu den empfohlenen Impfungen beraten zu lassen.

Schon vor EinfĂŒhrung des Reichsimpfgesetzes im Jahre 1874 hatte man nach Anreizen fĂŒr die Pockenschutzimpfung gesucht. So vergab man bereits Anfang des 19. Jahrhunderts Impfmedaillen an Kinder und deren Eltern, die sich freiwillig impfen ließen.cite-ref-90[89] Auch wurden Ärzte „wegen ihrer ausgezeichneten Verdienste bei der Schutzpocken-Impfung“ ausgezeichnet, so etwa im Jahre 1833 die Kreis-Physiker Frohberg in Saarlouis und Neurohr in Trier sowie der Districtsartzt Johann Ferdinand Heyfelder in Trier mit der Silbernen Impf-Medaille.cite-ref-91[90] 1821 hatte das Preußische Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten dem Mediziner Wilhelm Anton Ficker die Große Impfmedaille verliehen.cite-ref-92[91]

Empfohlene Impfungen

Der Impfkalender der StĂ€ndigen Impfkommission (STIKO) gibt einen Überblick ĂŒber die in Deutschland empfohlenen Impfungen. Er sieht wiederholte Impfungen ab dem SĂ€uglingsalter vor: beginnend mit dem 3. Lebensmonat (9. Lebenswoche) bis zum 18. Lebensjahr sollen Kinder gegen verschiedene Krankheitserreger geimpft werden. FĂŒr die betreuenden Ärzte besteht die Pflicht, ĂŒber Vor- und mögliche Nachteile der Impfung aufzuklĂ€ren. Eine Impfung stellt – wie andere medizinische Behandlungsmaßnahmen auch – juristisch gesehen eine Körperverletzung dar. Die Körperverletzung ist nur dann nicht rechtswidrig, wenn die Einwilligung des Patienten oder der Eltern vorliegt oder ein Vormundschaftsgericht die Einwilligung der Eltern ersetzt.cite-ref-93[92] Die AufklĂ€rung des Patienten oder der Eltern ist die Grundlage dieser Einwilligung. Die Verantwortung der Eltern bezieht sich dabei in erster Linie darauf, ihr Kind vor schweren Krankheiten zu schĂŒtzen, in zweiter jedoch auch auf die Gesellschaft. Seuchenartige AusbrĂŒche von Infektionskrankheiten können nur dann wirkungsvoll verhindert werden, wenn ein möglichst hoher Prozentsatz der Bevölkerung geimpft ist. Um dieses Ziel zu erreichen, sind je nach Krankheit und Wirksamkeit des Impfstoffs Durchimpfungsraten von etwa 90 % erforderlich. NĂ€heres zur Berechnung dieser Durchimpfungsraten siehe Epidemiologie: Reproduktionsrate und Mathematische Modellierung der Epidemiologie. Eine Impfpflicht besteht in Deutschland nicht.

Die Empfehlungen der STIKO sind in Deutschland Grundlage fĂŒr die Festlegung der „öffentlich empfohlenen Impfungen“. Letztere werden durch die Gesundheitsbehörden der BundeslĂ€nder definitiv festgelegt. Falls durch eine öffentlich empfohlene Impfung ein bleibender Schaden entsteht (dann Impfschaden genannt – im Gegensatz zur Impfreaktion und Impfkomplikation), besteht ein Anspruch auf EntschĂ€digung durch das Versorgungsamt. Seit dem 1. April 2007 ist der KostentrĂ€ger fĂŒr alle Impfungen, die laut der Kommission empfohlen werden, die Krankenkasse. Der Patient braucht hierzu nichts zu zahlen. In der Schweiz erfolgt die Empfehlung durch das Bundesamt fĂŒr Gesundheit und die Schweizerische Kommission fĂŒr Impffragen. In Österreich wird der Impfplan vom Obersten SanitĂ€tsrat (Impfausschuss) des Bundesministerium fĂŒr Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz herausgegeben.

Die Empfehlungen der STIKO beruhen auf einer wissenschaftlichen Beurteilung der Risiken einer Person, sich selbst mit einem Krankheitserreger zu infizieren, andere zu infizieren, hospitalisiert bzw. Patient auf einer Intensivstation zu werden oder zu versterben. (Von diesen Empfehlungen sind rechtsverbindliche Aussagen ĂŒber den Impfstatus zu unterscheiden. So wurde wĂ€hrend der COVID-19-Pandemie in Deutschland nach Beginn der Impfungen gegen SARS-CoV-2, zunĂ€chst zwischen den drei Statusgruppen der „vollstĂ€ndig Geimpften“, der „Genesenen“ und der „nicht geimpften Personen“ unterschieden.)

Empfehlungen fĂŒr Deutschland, Schweiz und Österreich

Folgende Impfungen werden im Januar 2023 von der StĂ€ndigen Impfkommission in Deutschland empfohlen.cite-ref-3-94-0[93] Diese Empfehlungen entsprechen weitestgehend dem Impfplan der Schweizcite-ref-95[94] und dem Impfplan von Österreich.cite-ref-96[95]

| Impfung gegen | Empfehlung der STIKO (Auszug) |
|---|---|
| Affenpocken (und andere Orthopocken) | Erwachsene MSM ; Personal in Speziallaboratorien |
| Cholera | Aufenthalte in Infektionsgebieten unter mangelhaften Hygienebedingungen bei aktuellen AusbrĂŒchen |
| COVID-19 | 2-3 mal alle Personen ab 18 Jahren in Deutschland; jÀhrlich besonders gefÀhrdete Personen bzw. Personen ab 60 (in der Schweiz ab 65 [ 96 ] ) |
| Diphtherie | Standard fĂŒr Kinder ab zwei Monaten, Auffrischung fĂŒr Erwachsene alle zehn Jahre |
| FSME | Exponierte zu Zecken in FSME-Risikogebieten (Anwohner, Forstarbeiter u. a.) |
| GebÀrmutterhalskrebs / HPV | Kinder vom 9. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr, Nachholimpfungen bis zum Alter von 17 Jahren. |
| Gelbfieber | Bei Reisen in Gelbfieber-Endemiegebieten (tropisches Afrika, SĂŒdamerika), teilweise sogar vorgeschrieben (Ziel- oder TransitlĂ€nder); gezielten TĂ€tigkeiten mit Exposition zum Gelbfieber-Virus (z. B. Laboratorien) |
| Haemophilus influenzae Typ b | Standard fĂŒr Kinder ab zwei Monaten Personen mit anatomischer oder funktioneller Asplenie |
| Hepatitis A | Risikogruppen (z. B. bei Sexualverhalten mit erhöhtem Expositionsrisiko) GefÀhrdetes Personal (Gesundheitsdienst, Forschung, Kanalisation u. a.), Reisende in Epidemiegebieten |
| Hepatitis B | Standard fĂŒr Kinder ab zwei Monaten Risikogruppen GefĂ€hrdetes Personal in Gesundheitsdienst, Reiseindikation |
| Herpes Zoster (GĂŒrtelrose) | Impfung mit einem Totimpfstoff bei allen Personen ab einem Alter von 60 Jahren und bei allen Personen mit einem erhöhten Risiko ab einem Alter von 18 Jahren |
| Influenza | Personen ab 60 Jahre Personen mit geschwĂ€chtem Immunsystem Personen mit chronischen Erkrankungen Personen mit erhöhter GefĂ€hrdung bzw. direktem Kontakt mit GeflĂŒgel / Wildvögel Schwangere ab 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher GefĂ€hrdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon |
| Japanische Enzephalitis | Bei Reisen in Endemiegebiete (SĂŒdostasien, weite Teile von Indien, Korea, Japan, China, West-Pazifik, Nordaustralien) wĂ€hrend der Übertragungszeit GefĂ€hrdetes Personal (Forschung) |
| Masern | Nach 1970 geborene Personen ≄ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfstoffdosis in der Kindheit Standard fĂŒr Kinder ab elf Monaten SĂ€uglinge ab neun Monaten bei bevorstehender Aufnahme bzw. bei Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung (z. B. Kita) oder nach Kontakt zu Masernkranken. SĂ€uglinge von sechs bis acht Monaten in AusnahmefĂ€llen nach individueller Risiko-Nutzen-AbwĂ€gung (Off-Label-Use) |
| Meningokokken Gruppe A, C, W, Y | Personen mit geschwĂ€chtem Immunsystem SchĂŒler / Studenten vor Langzeitaufenthalten in LĂ€ndern mit Impfempfehlung Reisende in LĂ€nder mit epidemischem Vorkommen, mit KrankheitsausbrĂŒchen und Impfempfehlung fĂŒr die einheimische Bevölkerung Pilgerreisende nach Mekka GefĂ€hrdetes Laborpersonal |
| Meningokokken Gruppe B | Personen mit geschwĂ€chtem Immunsystem SchĂŒler / Studenten vor Langzeitaufenthalten in LĂ€ndern mit Impfempfehlung GefĂ€hrdetes Laborpersonal |
| Mumps | Standard fĂŒr Kinder ab elf Monaten |
| Pertussis (Keuchhusten) | Standard fĂŒr Kinder ab zwei Monaten, Auffrischung mit fĂŒnf bis sechs Jahren, und zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr. Alle Erwachsenen, vor allem bei möglichem Kontakt zu Neugeborenen und SĂ€uglingen (Paare mit Kinderwunsch, werdende Eltern und Großeltern etc.) Personal im Gesundheitsdienst |
| Pneumokokken | Standard fĂŒr Kinder ab zwei Monaten bis zwei Jahren Personen ĂŒber 60 Jahre Personen mit geschwĂ€chtem Immunsystem und chronischen Erkrankungen Berufliche TĂ€tigkeiten wie Schweißen und Trennen von Metallen |
| Poliomyelitis | Standard fĂŒr Kinder ab zwei Monaten / u. U. Auffrischung Personal mit Kontakt zu Erkrankten / Reiseindikation |
| Röteln | Standard fĂŒr Kinder ab elf Monaten |
| Rotavirus | Schluckimpfung ab der sechsten Lebenswoche, je nach Impfstoff zwei- oder dreimal im Abstand von vier Wochen |
| Tetanus | Standard fĂŒr Kinder ab zwei Monaten, Auffrischung fĂŒr Erwachsene alle zehn Jahre und ggf. im Verletzungsfall |
| Tollwut | Personen mit Umgang mit Tieren in Gebieten mit Wildtiertollwut (TierÀrzte, JÀger, Forstpersonal u. a.) |
| Typhus | Bei Reisen in Endemiegebiete mit Aufenthalt unter schlechten hygienischen Bedingungen |
| Windpocken | Standard fĂŒr Kinder ab elf Monaten Seronegative Personen bei Indikation (Organtransplantation, Kinderwunsch bei Frauen u. a.) Seronegatives Personal im Gesundheitswesen |

Schwangerschaft und Stillzeit

Nach aktuellen Empfehlungen des in Deutschland dafĂŒr zustĂ€ndigen Robert Koch-Instituts sind Impfungen mit Lebendimpfstoffen ab drei Monaten vor einer und wĂ€hrend der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert. Dagegen können fĂ€llige Impfungen mit Totimpfstoffen den werdenden MĂŒttern im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft bedenkenlos verabreicht werden; im ersten Drittel sollten zum Ausschluss jeglichen Risikos fĂŒr das Kind dagegen nur diejenigen Totstoff-Impfungen vorgenommen werden, die individuell dringend indiziert sind. In der anschließenden Stillzeit sind Impfungen generell ohne BeschrĂ€nkungen möglich.cite-ref-98[97]

Autoimmunerkrankungen und immunsuppressive Therapien

Die StĂ€ndige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) klassifiziert Menschen mit ImmunschwĂ€che als Risikogruppe fĂŒr verschiedene opportunistische Infektionskrankheiten.cite-ref-3-94-1[93]cite-ref-6-99-0[98]

Unter diese Patientengruppe fallen neben Personen mit Autoimmunkrankheiten (und chronisch-entzĂŒndlichen Erkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn) auch Patienten, deren körpereigene Abwehrmechanismen durch immunmodulatorische oder immunsuppressive Therapien geschwĂ€cht sind.cite-ref-7-100-0[99] Patienten mit ImmunschwĂ€che erkranken durchschnittlich hĂ€ufiger an impfprĂ€ventablen Infektionen und leiden zudem öfter an schweren VerlĂ€ufen als immungesunde Personen.cite-ref-3-94-2[93]cite-ref-7-100-1[99] ZusĂ€tzlich können Infektionserkrankungen bei Patienten mit Immundefekt erneute SchĂŒbe der Grunderkrankung auslösen. Dagegen stehen Schutzimpfungen selbst nicht in Verdacht, neue Autoimmunkrankheiten zu verursachen oder eine bestehende zu verschlechtern.cite-ref-7-100-2[99]

Gemeinsam mit Vertretern verschiedener medizinischer Fachgesellschaften hat die STIKO daher Anwendungshinweise zu bestimmten Indikationsimpfungen fĂŒr Personen mit Immundefizienz bzw. Immunsuppression formuliert:cite-ref-6-99-1[98]cite-ref-7-100-3[99] Diese umfassen insbesondere Totimpfstoffe, die als sicher fĂŒr Patienten mit Immundefekt gelten, beispielsweise gegen Influenza, Herpes Zoster, Pneumokokken und Meningokokken der Serogruppen A, C, W, Y und B.cite-ref-8-101-0[100]cite-ref-7-100-4[99]

Die Gabe von Lebendimpfstoffen, etwa gegen Mumps-Masern-Röteln, Varizellen oder Rotaviren, kann dagegen wĂ€hrend einer laufenden immunsuppressiven Therapie mit Komplikationen einhergehen. Deshalb ist sie hĂ€ufig kontraindiziert und stets von Ă€rztlichen Einzelfallentscheidungen abhĂ€ngig.cite-ref-7-100-5[99] Es wird empfohlen, die Impfungen bis spĂ€testens vier Wochen vor Therapiebeginn zu geben.cite-ref-8-101-1[100]cite-ref-7-100-6[99] Als weitere InfektionsprĂ€vention gilt außerdem der vollstĂ€ndige Impfschutz direkter Kontaktpersonen.cite-ref-3-94-3[93]cite-ref-7-100-7[99]

Kombinationsimpfungen

Kombinationsimpfstoffe sind Impfstoffe, die unterschiedliche Komponenten gegen verschiedene Infektionskrankheiten in sich vereinigen und somit Schutz gegen diese Krankheiten mit einer Impfung gewĂ€hrleisten können. Empfohlen werden Kombinationsimpfungen mit diesen Impfstoffen, weil sie die Handhabung vereinfachen, die Zahl der Injektionen sowie der Impftermine verringern und somit die Kosten senken sowie die Durchimpfungsrate der Bevölkerung verbessern. Die geringere Anzahl der Injektionen ist insbesondere fĂŒr den Patienten, gerade bei Kindern, angenehmer. NĂ€here Informationen zu den einzelnen Mehrfachimpfstoffen können den jeweiligen Artikeln zu diesen Impfstoffen entnommen werden.

Der MMR-Impfstoff ist eine Kombinationslebendimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Seit 2006 ist auch ein MMRV-Impfstoff in Deutschland zugelassen, mit einer zusĂ€tzlichen Komponente gegen Varizellen (Windpocken).cite-ref-102[101] Die stĂ€ndige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt im September 2011, dass fĂŒr die erste Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen zunĂ€chst die getrennte Gabe der kombinierten Masern-Mumps-Röteln-Impfung einerseits und einer Varizellen-Impfung andererseits bevorzugt werden sollte und die zweite Impfung dann mit dem MMRV-Kombinationsimpfstoff erfolgen kann.cite-ref-103[102]

Im Oktober 2000 wurden erstmals auch hexavalente Impfstoffe in der EuropĂ€ischen Union zugelassen, die gegen sechs Infektionskrankheiten schĂŒtzen sollen: KinderlĂ€hmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b-Infektionen sowie Hepatitis B. Als Alternative bietet sich fĂŒr SĂ€uglinge die FĂŒnffachimpfung mit gesonderter Immunisierung gegen Hepatitis B an. Dies bedeutet aber jeweils eine zusĂ€tzliche Injektion. Eine Infektion mit Hepatitis B ist bei SĂ€uglingen zwar sehr selten, jedoch sind die Folgen schwerwiegend, sodass die Sechsfach-Impfung in Deutschland empfohlen wird und sich inzwischen durchsetzt.

Als weitere Kombinationen kennt man u. a. DTP-Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis (Keuchhusten), DTP-IPV-Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis (Keuchhusten) und Poliomyelitis (KinderlÀhmung) sowie einen Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B.

Eine Gefahr des „Überimpfens“, also zusĂ€tzliche Impfungen bei bereits bestehenden Impfschutz, besteht nicht.cite-ref-4-104-0[103] Nach sehr hĂ€ufigen Impfungen mit Tetanus- und/oder Diphtherietoxoid wurden zwar in AusnahmefĂ€llen lokale Nebenwirkungen wie eine ausgeprĂ€gte UnvertrĂ€glichkeitsreaktion mit schmerzhafter Schwellung und Rötung der betroffenen ExtremitĂ€t (sogenanntes Arthus-Reaktion) beobachtet.cite-ref-4-104-1[103] Insgesamt ĂŒberwiegen aber die Vorteile eines zuverlĂ€ssigen Impfschutzes fĂŒr Personen ohne Impfdokumentation.cite-ref-105[104] Daher kann bei Personen mit unklarem Impfstatus auch die Gabe von Kombinationsimpfstoffen verwendet werden, wenn nicht alle enthaltenen Antigene/Impfstoffkomponenten erforderlich sind.cite-ref-4-104-2[103]

Impfpflicht

→

Hauptartikel

:

Impfpflicht

Ist eine Impfung gesetzlich vorgeschrieben, bezeichnet man dies als Impfpflicht. In der Bundesrepublik Deutschland bestand sie z. B. in den 1980er-Jahren gegen die Pocken fĂŒr einzelne Personengruppen, in der DDR bestand eine umfassende Impfpflicht fĂŒr die Gesamtbevölkerung.

Derzeit (Stand 2009) besteht in der Mehrzahl der Staaten der EU eine Impfpflicht. In Deutschland besteht seit 2001 die Möglichkeit, die Impfpflicht jederzeit ĂŒber eine einfache Rechtsverordnung anzuwenden und so die Bevölkerung zu schĂŒtzen. Dies wird im Infektionsschutzgesetz (IfSG) mit dem folgenden Wortlaut geregelt: „§ 20 (6) Das Bundesministerium fĂŒr Gesundheit wird ermĂ€chtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates anzuordnen, dass bedrohte Teile der Bevölkerung an Schutzimpfungen oder anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe teilzunehmen haben, wenn eine ĂŒbertragbare Krankheit mit klinisch schweren Verlaufsformen auftritt und mit ihrer epidemischen Verbreitung zu rechnen ist. Das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz) kann insoweit eingeschrĂ€nkt werden. [
]“. In der Schweiz sieht Artikel 23 Absatz 2 des Epidemiengesetzescite-ref-106[105] eine Ă€hnliche Möglichkeit fĂŒr Kantone vor, obligatorische Impfungen einzufĂŒhren.

FĂŒr Masern besteht seit MĂ€rz 2020 eine eingeschrĂ€nkte Impfpflicht in Deutschland. Laut dem Masernschutzgesetz mĂŒssen alle nach 1970 geborenen Personen, die in einer Gemeinschaftseinrichtung betreut werden, einen Masernschutz nachweisen. Dies gilt auch fĂŒr Personen, die bereits vier Wochen in einem Kinderheim betreut werden oder in einer Unterkunft fĂŒr GeflĂŒchtete untergebracht sind. Personen, die in Gesundheitseinrichtungen wie KrankenhĂ€usern und Arztpraxen oder in Gemeinschaftseinrichtungen oder GemeinschaftsunterkĂŒnften tĂ€tig sind, mĂŒssen ebenso den Masernschutz nachweisen.cite-ref-107[106]

Bei Tierimpfungen existieren europaweit Ă€hnliche Regelungen, beispielsweise besteht beim grenzĂŒberschreitenden Verkehr fĂŒr Hunde, Katzen und Frettchen Impfpflicht gegen Tollwut. In Deutschland ist die Impfpflicht im Tierseuchengesetz (TierSG) geregelt, auf dessen Grundlage gilt derzeit (Stand 2019) eine Impfpflicht fĂŒr Rinder, Schafe und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit.cite-ref-pei-blauzungenkrankheit-108-0[107]

Siehe auch

:

Schutzimpfungs-Richtlinie

Impfgegner

→

Hauptartikel

:

Impfgegnerschaft

Menschen, die das Impfen generell ablehnen, werden Impfgegner genannt. Impfgegner sind entweder religiös motiviert oder haben Angst vor angeblichen oder möglichen ImpfschĂ€den (siehe dazu auch Pharmakovigilanz). Einige Impfgegner vermuten hinter Impfungen eine Verschwörung, andere leugnen gar die Existenz oder PathogenitĂ€t von Viren.cite-ref-109[108] Die von Impfgegnern teilweise dogmatisch vorgebrachten Behauptungen sind allesamt wissenschaftlich widerlegt, das PhĂ€nomen gilt als verbreitete Verschwörungstheoriecite-ref-faz-1840356-110-0[109]cite-ref-meyer2004-37-1[37]cite-ref-111[110] sowie als Form der Wissenschaftsleugnung.cite-ref-112[111] Die Weltgesundheitsorganisation zĂ€hlt Impfgegner zu den weltweit zehn grĂ¶ĂŸten Gefahren fĂŒr die Gesundheit der Menschheit.

Geschichte

Eine der weitverbreiteten Infektionskrankheiten waren die Pocken, an denen etwa 30 % der Erkrankten starben.cite-ref-113[112] Überlebende waren hĂ€ufig durch Narben entstellt. FrĂŒh erkannte man jedoch, dass das einmalige Durchstehen der Pockenkrankheit gegen weitere Ansteckungen durch die Pocken immun machte. Daher waren die Pocken die erste Krankheit, bei der versucht wurde, Individuen durch absichtliche Infektion zu immunisieren. Chinesische Ärzte wĂ€hlten zur Gewinnung des Impfstoffs Personen mit leichtem Krankheitsverlauf aus und sammelten KrustenstĂŒcke der Pocken dieser Infizierten. Die StĂŒcke wurden zu einem Pulver zermahlen und in die Nase der zu impfenden Person eingefĂŒhrt. Die erste gesicherte schriftliche Quelle zu diesem Verfahren ist ein Traktat des Arztes Zhang Lu aus dem Jahr 1695.cite-ref-114[113] Lady Mary Wortley Montagu berichtete 1718, dass die TĂŒrken sich in Ă€hnlicher Weise den KörperflĂŒssigkeiten von leicht Infizierten aussetzten, und wendete diese Methode bei ihren eigenen Kindern an.

Die Pockenepidemie in Boston 1721 war das erste Auftreten einer Virusepidemie in Nordamerika, bei der eine Impfung zur EindĂ€mmung der Krankheit eingesetzt wurde. Zum damaligen Zeitpunkt war noch nicht bekannt, dass bei der Verabreichung von abgeschwĂ€chten Pockenviren eine Immunantwort ausgelöst wird, in der Regel jedoch keine Erkrankung. Es kam im Zuge der Epidemie zu einer heftig gefĂŒhrten Kontroverse um die Variolation, in deren Mittelpunkt als BefĂŒrworter der puritanische Prediger Cotton Mather und als sein Gegenspieler der Arzt William Douglass standen.cite-ref-115[114] Cotton Mather erlangte das Wissen ĂŒber die Variolation laut eigener Aussage 5 Jahre vor Ausbruch der Epidemie von einem von ihm versklavten Afrikaner, der nur als Onesimus bekannt ist. Onesimus erzĂ€hlte ihm, er habe sich in Afrika, wie in seinem in seinem Volk ĂŒblich, einer „Operation“ unterzogen, die gegen die Pocken immun mache. Nach Ausbruch der Epidemie wandten Mather und der Arzt Zabdiel Boylston das von Onesimus beschriebene Verfahren bei Freiwilligen an. Aufgrund der Verwerfungen von Sklaverei und Kolonialismus ist ĂŒber das alte westafrikanische Wissen zur Inokulation wenig weiteres bekannt.cite-ref-116[115]cite-ref-117[116]

Das Überstehen der Kuhpocken (eine beim Menschen leicht verlaufende Rinderkrankheit, genannt auch Melkerknoten) machte gegen weitere Ansteckungen durch die Pocken immun. Nachdem schon sechs Personen Menschen mit Kuhpockenlymphe immunisiert hatten (unter anderem Sevel, Jensen, Benjamin Jesty 1774, Rendall, Peter Plett 1791),cite-ref-sudhoffs-archiv-118-0[117] experimentierte auch der englische Arzt Edward Jenner (1749–1823) mit diesem Wissen und infizierte im Jahr 1796 einen Jungen mit den Kuhpocken. Der Junge erwies sich spĂ€ter als immun gegen gewöhnliche Pocken. Da der Impfstoff von KĂŒhen stammte, nannte Jenner seinen Impfstoff Vaccine (von lat. vacca „Kuh“) und die Technik der kĂŒnstlichen Immunisierung „Vaccination“ (von lat. vaccinus „von KĂŒhen stammend“). Ein Pionier der Schutzimpfung in Deutschland war der aus Hannover stammende Arzt und Hofmedikus Georg Friedrich Ballhorn (1770–1805), der Jenners Publikation von 1798 bereits 1799 ins Deutschecite-ref-119[118] ĂŒbersetzte, ab dem FrĂŒhjahr 1799 selbst Forschungen dazu anstellte und ab Januar 1800 erste Gegenimpfversuche unternahm.cite-ref-120[119]cite-ref-121[120] Der Arzt Jean de Carro hatte als erster 1799 die Impfung auf dem europĂ€ischen Kontinent durchgefĂŒhrt.cite-ref-122[121] Diese erste moderne Art der Impfung gegen die Menschenpocken wurde rasch in Europa aufgegriffen. Der deutsche Arzt Theodor Christian Eulner, der als Arzt in Grönland arbeitete, versuchte 1800 mit Impfungen die Pockenepidemie in Grönland zu beenden.cite-ref-123[122] Seit etwa 1810 wurde die Vaccination zur Pflicht.cite-ref-124[123] Die Ursache der Infektionskrankheiten war jedoch nach wie vor unbekannt.

Dies Ă€nderte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Louis Pasteur formulierte 1864 die Keimtheorie, Robert Koch erbrachte 1876 den Nachweis der Krankheitserreger von Milzbrand (Bacillus anthracis) und 1881 den Nachweis des Tuberkulose-Bakteriums (Mycobacterium tuberculosis). Diese Entdeckung gilt als der endgĂŒltige Beweis der Existenz bakterieller Krankheitserreger. SchĂŒler von Koch und Pasteur bauten das Konzept weiter aus. Pasteur entwickelte 1881 gemeinsam mit Émile Roux Impfstoffe gegen Milzbrand und 1885 gegen die Tollwut. Paul Ehrlich, Emil von Behring und Shibasaburo Kitasato nutzten 1890 das Wissen zur passiven Immunisierung gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf.

igMit der Standardisierung von Impfstoffen begannen ab dem Ende des 19. Jahrhunderts die ersten nationalen Impfprogramme. Den Anfang machten Schutzimpfungen gegen Pocken, die u. a. in England (1867) und im Deutschen Reich (1874) per Gesetz als Pflichtimpfungen eingefĂŒhrt wurden. WĂ€hrend in England die Impfpflicht bereits 1898 und 1907 wieder gelockert wurde, hielt man an ihr im Deutschen Reich fest.cite-ref-125[124] Allerdings kam es durch Verunreinigungen in den frĂŒhen Impfstoffen auch zu UnfĂ€llen wie dem LĂŒbecker ImpfunglĂŒck im Jahr 1930, bei dem 77 Kinder infolge eines kontaminierten Impfstoffes starben, was in der deutschen Öffentlichkeit und unter Gesundheits-Experten fĂŒr eine Diskussion um staatliche Impfprogramme sorgte. Der diesem Fall folgende Calmette-Prozess bildet in Deutschland den Anfang des modernen Medizinrechts.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden systematisch zahlreiche weitere Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten entwickelt, beispielsweise von Jonas Salk und Albert Sabin gegen die KinderlĂ€hmung sowie ein Impfstoff gegen Gelbfieber durch Max Theiler. WĂ€hrend des Kalten Krieges kam es zum Teil zu einem „Wettlauf um die bessere Immunisierung“cite-ref-126[125] zwischen den beiden Blöcken. Vor allem die DDR versuchte in Propagandaaktionen auf die Überlegenheit des ostdeutschen Gesundheitswesens hinzuweisen und dem Westen dessen „ImpflĂŒcken“ vorzuhalten. Seit 1967 werden unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweite Impfprogramme aufgelegt. In den folgenden Abschnitten sind einige Beispiele dazu aufgefĂŒhrt.

Chronologie der Entwicklung und EinfĂŒhrung von Impfstoffen

Siehe auch

:

Liste von Impfstoffen

| Infektionskrankheit | Auslöser | Impfstoff | EinfĂŒhrung | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|
| Pocken | Variola -Virus | Pockenimpfstoff | 1796 | erster Großversuch bereits 1714 in Konstantinopel (via Variolation ). [ 126 ] Ab 1798 in internationalen Impfkampagnen angewendet. [ 127 ] |
| Tollwut | Rabiesvirus | Tollwutimpfstoff | 1885 | |
| Typhus | Salmonella-Typhi-Bakterien | Typhusimpfstoff | 1896 | |
| Cholera | Vibrio-Cholerae-Bakterien | Choleraimpfstoff | 1896 | |
| Pest | Yersinia pestis | Pestimpfstoff | 1897 [ 127 ] | |
| Diphtherie | Corynebacterium-Diphtheriae -Bakterien | Diphtherieimpfstoff | 1923 | passive Immunisierung ab 1890 mit dem Diphtherie-Antitoxin |
| Keuchhusten | Bordetella-Pertussis -Bakterien | Pertussisimpfstoff | 1926 | |
| Tuberkulose | Mykobakterienarten | Tuberkuloseimpfstoff | 1927 | Impferfolg mit BCG unsicher, seit 1998 nicht mehr empfohlen |
| Tetanus | Clostridium-Tetani -Bakterien | Tetanusimpfstoff | 1927 | |
| Grippe | Influenzavirus | Influenzaimpfstoff | 1936 | |
| Gelbfieber | Gelbfieber-Virus | Gelbfieberimpfstoff | 1937 | |
| Fleckfieber | Rickettsien | Fleckfieberimpfstoff | 1938 [ 127 ] | |
| KinderlÀhmung | Poliovirus | Polioimpfstoff | 1955/1960 | breite Anwendung in DDR ab 1960, BRD ab 1962, IPV seit 1998 |
| Mumps | Mumpsvirus | Mumpsimpfstoff | 1967 | |
| Masern | Masernvirus | Masernimpfstoff | 1968 | |
| Röteln | Rötelnvirus | Rötelnimpfstoff | 1969 | |
| FSME | FSME-Virus | FSME-Impfstoff | 1973 | |
| Windpocken | Varizella-Zoster-Virus | Varizellaimpfstoff | 1974 | seit 2004 allgemeine Kinderimpfung in D empfohlen |
| LungenentzĂŒndung | Pneumokokken -Bakterien | Pneumokokkenimpfstoff | 1977/2000 | seit 2006 allgemeine Kinderimpfung in D empfohlen |
| Hepatitis B | Hepatitis-B-Virus | Hepatitis-B-Impfstoff | 1981 | seit 1995 allgemeine Kinderimpfung in D empfohlen |
| Meningitis | Meningokokken -Bakterien Gruppe C | Meningokokkenimpfstoff Men C | 2001 | seit 2006 allgemeine Kinderimpfung in D empfohlen |
| Meningitis | Meningokokken -Bakterien Gruppen A, C, W, Y | Meningokokkenimpfstoff MenACWY | 2010/2012 | seit 2010 als Indikationsimpfung empfohlen |
| Meningitis | Meningokokken -Bakterien Gruppe B | Meningokokkenimpfstoff MenB | 2013/2017 | seit 2015 als Indikationsimpfung empfohlen |
| Haemophilus Influenzae Typ b | Haemophilus-Influenzae -Bakterien | Haemophilusimpfstoff | 1985 | seit 1990 allgemeine Kinderimpfung in D empfohlen |
| Hepatitis A | Hepatitis-A-Virus | Hepatitis-A-Impfstoff | 1992 | |
| Schwerer Durchfall | Rotavirus | Rotavirusimpfstoff | 1998/2005 | fĂŒr Kinder unter 6 Monaten |
| GebĂ€rmutterhalskrebs | Humane Papillomviren | HPV-Impfstoff | 2006 | auch Krebsvorstufen und Condylomata acuminata im Anogenitalbereich („Feigwarzen“) |
| Japanische Enzephalitis | Japanische Enzephalitis | Japanische-Enzephalitis-Impfstoff | 2009 (in Europa) | Vorher anderer Impfstoff in Asien erhĂ€ltlich, in den USA wurde dieser 1992 eingefĂŒhrt |
| COVID-19 | SARS-CoV-2 | COVID-19-Impfstoff | 2020/21 | durch EMA bedingt zugelassen |

Impfungen fĂŒr Tiere

Auch viele Haustiere können und sollten nach herrschender Meinung geimpft werden. Die empfohlenen Impfungen werden vom Tierarzt verabreicht und ebenso wie beim Menschen in einem Impfpass dokumentiert. In Deutschland erarbeitet die StĂ€ndige Impfkommission VeterinĂ€rmedizin (StIKo Vet.) im Bundesverband praktizierender TierĂ€rzte Impfempfehlungen fĂŒr die Deutsche Kleintierpraxis.cite-ref-129[128] Im Gegensatz zu den Impfungen beim Menschen werden die meisten Impfungen bei Tieren unter die Haut (subkutan) – meist im Bereich der Flanken oder im Nackenbereich – verabreicht. 2011 wurde in Deutschland ein Umsatz von 191 Millionen Euro mit Tierimpfstoffen erzielt, je etwa zur HĂ€lfte bei Nutz- und Heimtieren.cite-ref-130[129]

Die Impfung gegen Tollwut und der Nachweis im neuen EU-Heimtierausweis sind gesetzlich in praktisch allen europĂ€ischen Staaten fĂŒr die Einreise von Hunden, Katzen und Frettchen erforderlich. Sie muss nach Vorschrift des Impfstoffherstellers wiederholt werden (ein bis drei Jahre) und die letzte muss fĂŒr die meisten Staaten mindestens 30 Tage zurĂŒckliegen. Nach Änderung der deutschen Tollwutimpfverordnung ist seit 2006 eine jĂ€hrliche Auffrischung nicht mehr vorgeschrieben, wenn der Hersteller eine lĂ€ngere Frist angibt.

Auch Nutztiere wie Schweine, Rinder oder Schafe können gegen diverse Krankheiten geimpft werden. Dies fĂŒhrt laut Hersteller der Impfstoffe in der Folge zu einer verbesserten Mastleistung bzw. höherem Milchertrag und senkt gleichzeitig den Einsatz von Antibiotika.

FĂŒr bestimmte Tierseuchen kann die Impfung nach dem Tierseuchengesetz staatlich angeordnet werden. Die Kosten fĂŒr diese Impfungen werden von den Tierseuchenkassen ersetzt, fĂŒr einige Impfungen besteht in Hinblick auf die Sanierung der BestĂ€nde eine Teilerstattung der Kosten. Die Impfung aller empfĂ€nglichen Tiere um einen Seuchenherd (Ringimpfung) kann die Ausbreitung einer Seuche zu verhindern.

Andere prophylaktische Impfungen sind bei Nutztieren hingegen verboten. Stattdessen ist die Tötung erkrankter Tiere vorgesehen. Nur fĂŒr NotfĂ€lle gibt es BestĂ€nde von Impfstoffen.

Die prophylaktische Impfung gegen die Maul- und Klauenseuche (MKS), die in Deutschland bereits durchgefĂŒhrt wurde, wurde im Jahr 1991 in Europa durch die EU verboten. Stattdessen mĂŒssen bei Auftreten von MKS alle Klauentiere des betroffenen Bestandes unter strengen Sicherheitsmaßnahmen getötet und unschĂ€dlich beseitigt werden. FĂŒr NotfĂ€lle ist jedoch auf der Insel Riems eine Impfstoffbank eingerichtet worden. Das Verbot der MKS-Impfung war insbesondere politisch motiviert (ExportfĂ€higkeit des Fleischs u. a.) und ist sehr umstritten, seit im Jahr 2001 in Großbritannien ĂŒber vier Millionen Tiere gekeult wurden.

Hunde

Haushunde werden zumeist gegen Staupe, Hepatitis contagiosa canis, Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche), Parvovirose (Katzenseuche des Hundes), Parainfluenza und Tollwut geimpft. JĂŒngere Untersuchungen zeigen, dass ein Impfschutz (mit Ausnahme Leptospirose) ĂŒber drei Jahre und mehr bestehen kann, mittlerweile weisen viele Hersteller ihre Impfstoffe mit einer Wirkdauer von drei Jahren aus. Weniger verbreitet ist die Impfung gegen Lyme-Borreliose und die bakterielle Komponente des Zwingerhustens (Bordetella bronchiseptica). Nur im zĂŒchterischen Bereich spielen ferner Impfungen gegen das Welpensterben eine Rolle.

Die Impfung gegen Tollwut und deren Dokumentation im EU-Heimtierausweis ist nur noch bei Reisen zwingend erforderlich. Beißt das Tier einen Menschen, wird allerdings der behandelnde Arzt unter UmstĂ€nden den Verdacht Ă€ußern, das Tier sei tollwĂŒtig. Dieser Verdacht zieht zwingend die Tötung des Tieres nach sich und kann nur entkrĂ€ftet werden durch den Nachweis einer Impfung des Hundes oder der Katze gegen Tollwut innerhalb der letzten drei Jahre. Ansonsten wird innerhalb Deutschlands diese Impfung nicht mehr fĂŒr nötig gehalten. Kann bei Kontrollen eine gĂŒltige Impfung nicht anhand EU-Heimtierausweises nachgewiesen werden, wird die Einreise in das Zielland verwehrt. Gleiches kann bei der Einreise bei der RĂŒckkehr nach Deutschland, Österreich oder der Schweiz passieren. Eine jĂ€hrliche Auffrischungsimpfung fĂŒr Tollwut ist (gemĂ€ĂŸ Verordnung (EU) Nr. 576/2013 fĂŒr Reisen innerhalb der EU, außer den Sonderbestimmungen oben genannter LĂ€nder) nicht mehr erforderlich, es gelten die Wiederholungsimpftermine der Impfstoffhersteller.cite-ref-131[130]

Die StĂ€ndige Impfkommission Vet. (StIKO Vet.) zĂ€hlt Impfungen gegen Parvovirose, Staupe, Leptospirose, Hepatitis contagiosa canis und Tollwut zu den Core-Komponenten: Gegen diese Erkrankungen sollte jeder Hund zu jeder Zeit geschĂŒtzt werden. Impfungen gegen Bordetella bronchiseptica, Canines Herpesvirus, Canines Parainfluenzavirus, Dermatophytosen, Leishmaniose und Lyme-Borreliose zĂ€hlt sie hingegen zu den Non-Core-Komponenten: Eine Impfung gegen diese Erkrankungen wird nur unter bestimmten Bedingungen oder in Ausnahmesituationen empfohlen (Stand: Januar 2021).cite-ref-132[131]

Katzen

In Deutschland werden von der StIKO Vet. Empfehlungen fĂŒr die Impfungen von Katzen herausgegeben.cite-ref-133[132]

FĂŒr Katzen (hier vor allem bei der FeLV-Impfung) und in eingeschrĂ€nktem Maße auch fĂŒr Hunde ist das Auftreten vakzineassoziierter Tumoren (Fibrosarkome) dokumentiert. Verantwortlich hierfĂŒr sind möglicherweise den Impfstoffen zugesetzte WirkungsverstĂ€rker (Adjuvanzien), auf die der Organismus vielleicht mit Tumorbildung reagieren kann. Andere Studien legen eher den Zusammenhang mit der Unterhautverletzung durch eine Injektionsnadel nahe, da der Tumor auch an Einstichstellen auftrat, die nicht der Impfung dienten und bei denen keine Adjuvanzien beteiligt waren. Obwohl die Inzidenz dieser Nebenwirkung mit etwa 1:10.000 im Bezug zum erreichten Schutz vor Erkrankungen vergleichsweise gering ist, werden Impfungen bei Katzen vorzugsweise im Bereich der Flanke empfohlen, um beim Auftreten dieses lokal aggressiven Tumors Raum zur chirurgischen Intervention zu lassen.cite-ref-134[133]

| Infektionskrankheit | Auslöser | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Katzenschnupfen | Verschiedene Erreger | Empfohlen. |
| Panleukopenie (Katzenseuche) | Parvoviridae | Empfohlen. |
| Tollwut | Rabiesvirus | FreigÀnger sollten auch gegen Tollwut geimpft werden. Die Tollwutimpfung wird trotz der gegenwÀrtigen Freiheit von terrestrischer Tollwut im deutschsprachigen Raum empfohlen, weil die Tiere bei Kontakt mit einem tollwutkranken Tier bessergestellt sind. |
| KatzenleukÀmie | Felines Leukosevirus (FeLV) | Eine Impfung gegen das Feline Leukosevirus (FeLV) empfiehlt sich nur bei bis zu acht Jahre alten FreigÀnger-Katzen. |
| Feline infektiöse Peritonitis (FIP) | Felines Enterales Coronavirus (FeCV) | Die Impfung gegen Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist allenfalls bei negativem FeCV-Status angebracht und bietet keinen sicheren Schutz. [ 134 ] |

Frettchen

Frettchen werden meist in Ermangelung fĂŒr diese Tierart zugelassener Impfstoffe mittels Kombinationsimpfstoffen von Hunden vakziniert. Rechtlich ist diese Vorgehensweise problematisch, da bei strenger Auslegung des Arzneimittelrechts Hundeimpfstoffe nicht fĂŒr Frettchen eingesetzt werden dĂŒrfen. In Deutschland gibt es fĂŒr Frettchen zugelassene Impfstoffe gegen Staupe und Tollwut.cite-ref-136[135]

Kaninchen

Hauskaninchen können gegen Myxomatose und RHD (Chinaseuche) geimpft werden. Auch fĂŒr den Schutz vor dem ansteckenden Kaninchenschnupfen (Rhinitis contagiosa) ist eine Impfung möglich, die jedoch nur in grĂ¶ĂŸeren BestĂ€nden sinnvoll ist. Nach der Grundimmunisierung ist eine jĂ€hrliche, bei den meisten Myxomatose-Impfstoffen sogar eine halbjĂ€hrliche Wiederholung notwendig.cite-ref-137[136]

Pferde

Die StIKO Vet. empfiehlt fĂŒr Pferde Impfungen gegen Wundstarrkrampf, Pferdeinfluenza, EHV-1 und EHV-4 (Rhinopneumonitis, Virusabort). Die Pferdeinfluenza-Impfung ist bei Teilnahme an Turnieren durch die FN vorgeschrieben. Als noncore-Impfungen, also solchen, die nur unter bestimmten Voraussetzungen empfohlen werden, gelten die gegen Druse, Tollwut, Equine Arteritis, Equine Rotavirus-Infektionen, West-Nil-Virus-Infektion und Dermatophytosen.cite-ref-138[137]

Rinder und kleine WiederkÀuer

FĂŒr Rinder und kleine WiederkĂ€uer (Schafe usw.) bestehen in Deutschland mehrere Verordnungen und die Empfehlungen der StIKO Vet. Unterschieden werden bei den Impfempfehlungen fĂŒr Rinder die Milcherzeugung, Mutterkuhhaltung und Rindermast.cite-ref-wiederk-uer-139-0[138]

| Infektionskrankheit | Auslöser | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Maul- und Klauenseuche | Maul-und-Klauenseuche-Virus | Nach § 2 der MKS-Verordnung sind Impfungen vorbehaltlich des Absatzes 2 und des § 16 verboten. |
| Bovines-Herpesvirus-1-Infektion | Bovines Herpesvirus 1 | Impfung, die staatlich angeordnet werden kann und von der Tierseuchenkasse kostenerstattet wird. |
| Rauschbrand | Clostridium chauvoei | Betroffen sind Rinder und Schafe. GrundsÀtzlich ist die Impfung zunÀchst nicht erlaubt. Sie kann in Deutschland nach § 9 der Verordnung zum Schutz gegen den Milzbrand und den Rauschbrand staatlich angeordnet werden und wird von der Tierseuchenkasse kostenerstattet. |
| Bovine Virusdiarrhoe | Bovines Virusdiarrhoe-Virus | Eine Teilerstattung der Kosten gibt es fĂŒr Impfungen gegen Bovine Virusdiarrhoe / Mucosal Disease der Rinder (BVD/MD). Der mittlerweile in der EU vom Markt genommene BVD-Impfstoff von Pfizer ist der wahrscheinliche Auslöser der Bovinen Neonatalen Panzytopenie . [ 139 ] |

Schweine

FĂŒr Schweine bestehen in Deutschland mehrere Verordnungen und die Empfehlungen der StIKO Vet.cite-ref-schwein-141-0[140]

| Infektionskrankheit | Auslöser | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Aujeszkysche Krankheit | Aujeszky-Virus | Nach § 3 der Verordnung zum Schutz vor der Aujeszkyschen Krankheit sind Impfungen verboten. Die Impfung kann staatlich angeordnet und von der Tierseuchenkasse kostenerstattet werden. |

GeflĂŒgel

| Infektionskrankheit | Auslöser | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Salmonellose | Salmonella Enteritidis | Rechtlich vorgeschrieben ist in Deutschland die Impfung von KĂŒken und Junghennen in HĂŒhneraufzuchtbetrieben gegen Salmonella Enteritidis ( § 13 GflSalmoV). Diese Vorschrift gilt seit Neufassung der HĂŒhner-Salmonellen-Verordnung 2009 fĂŒr Betriebe ab 350 gehaltenen Tieren. |
| Salmonellose | Salmonella typhimurium | Bis 2009 war eine Impfung ab 250 Tieren und auch gegen Salmonella typhimurium verpflichtend (§ 2 HĂŒhner-Salmonellen-Verordnung a.F.). |
| Newcastle-Krankheit | | FĂŒr HĂŒhner- und TruthĂŒhnerbestĂ€nde besteht in Deutschland eine Impfpflicht. [ 141 ] |
| Infektiöse Laryngotracheitis | | Impfung sinnvoll [ 142 ] |
| Infektiöse Bronchitis | | Impfung sinnvoll [ 142 ] |
| AviÀre Encephalomyelitis | | Impfung sinnvoll [ 142 ] |
| Vogelpocken | | Impfung sinnvoll [ 142 ] |
| Marek-Krankheit | HĂŒhner-Herpesvirus 2 | Impfung sinnvoll [ 142 ] |
| Paramyxovirose | Pigeon paramyxovirus 1 | Bei Zucht- und Wildtauben, gelegentlich auch bei HĂŒhnern, Wild- und Ziervögeln. Eine Impfung gegen Paramyxovirose ist verfĂŒgbar und wird in Deutschland von vielen TaubenzĂŒchtervereinen fĂŒr Mitglieder und Veranstaltungsteilnehmer vorgeschrieben. |

Siehe auch

‱ Impfarzt
‱ Impfstoff

Literatur

‱ Heinz Spiess, Ulrich Heininger, Wolfgang Jilg (Hrsg.): Impfkompendium. 9. Auflage. Thieme, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-13-242163-9.
‱ Volker Klippert, Ulrike Röper, Roland J. Riedl-Seifert: Impfen und Recht. Zuckschwerdt, Germering 2003, ISBN 3-88603-826-2.
‱ Christian Koller: Von der Impfkuh zum mRNA-Booster: Impfgeschichte als Gesellschaftsgeschichte. In: SozialarchivInfo. Nr. 1, 2022, S. 16–35.
‱ Horst Kremling: Historische Betrachtungen zur prĂ€ventiven Heilkunde. In: WĂŒrzburger medizinhistorische Mitteilungen. Nr. 24, 2005, S. 222–260.
‱ Ute Quast, Sigrid Ley: Schutzimpfungen im Dialog. 2. Auflage. Kilian, Marburg 1999, ISBN 3-932091-41-8.
‱ Johannes-Peter Rupp (Hrsg.): Hundert Jahre Impfgesetz. Ausstellungskatalog. UniversitĂ€tsbibliothek, Gießen 1974 (uni-giessen.de – Digitalisat).
‱ Reiner Thomssen: Schutzimpfungen. Grundlagen, Vorteile, Risiken. Beck, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-406-44775-9.
‱ Christiane Meyer, Sabine Reiter: Impfgegner und Impfskeptiker. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, Nr. 47, 2004, S. 1182–1188; doi:10.1007/s00103-004-0953-x, edoc.rki.de (PDF; 255 kB).
‱ Burkhard Schneeweiß, Michael Pfleiderer, Brigitte Keller-Stanislawski: Impfsicherheit heute. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 105, Nr. 34–35, 2008, S. 590–595 (online).
‱ Axel HelmstĂ€dter: Zur Geschichte der aktiven Immunisierung. In: Pharmazie in unserer Zeit. Band 37, Nr. 1, 2008, ISSN 0048-3664, S. 12–18.
‱ Iris Ritzmann: Impfung. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. de Gruyter, Berlin 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 660–664.
‱ Malte Thießen: Vorsorge als Ordnung des Sozialen: Impfen in der Bundesrepublik und der DDR. In: Zeithistorische Forschungen. Band 10, Heft 3, 2013, ISSN 1612-6033, S. 409–432; zeithistorische-forschungen.de
‱ Malte Thießen: Immunisierte Gesellschaft: Impfen in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert. Vandenhoeck & Ruprecht, 2017, ISBN 978-3-647-37053-8.
‱ Ilse ZĂŒndorf, Angelika Vollmar, Theodor Dingermann: Immunologische Grundlagen des Impfens. In: Pharmazie in unserer Zeit. Band 37, Nr. 1, 2008, ISSN 0048-3664, S. 20–27.
‱ Das Impfbuch fĂŒr Alle. 1. Auflage. Robert Koch-Institut / Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung, Juni 2021 (bundesregierung.de als PDF abrufbar oder kostenfrei auf Bestellung lieferbar).
‱ Sebastian Wendt et al.: CME Zertifizierte Fortbildung Impfungen. Springer Medizin-Verlag, 28. September 2021; PMC 8552433 (freier Volltext).
‱ Impfgesetz des Deutschen Reichs vom 8. April 1874; Volltext auf Wikisource.
‱ Auszug aus einem Urtheile des k. Oberlandesgerichts MĂŒnchen vom 2. MĂ€rz 1886. In: Amtsblatt des K. Staatsministeriums des Innern, Königreich Bayern, Band 1886, Nr. 18, S. 142–144 (zum Impfzwang); Volltext auf Wikisource.

Rundfunksendungen

‱ Mirko Smiljanic: Glaubensstreit um kleinen Pieks – Diskussion ĂŒber die Vor- und Nachteile von Impfungen. In: dradio Hintergrund. 28. August 2013.
‱ Volkart Wildermuth: Impfungen mit „Mehrwert“ – Manche schĂŒtzen vor mehreren Krankheiten zugleich. In: SWR2 Wissen. 25. Februar 2015.

Weblinks

Commons

: Impfungen

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: Impfung

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wiktionary: Schutzimpfung

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wiktionary: impfen

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wiktionary: vakzinieren

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wiktionary: boostern

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Impfen – Impfmythen: Falschinformationen wirksam aufklĂ€ren. Robert Koch-Institut
‱ Impfen auf kindergesundheit-info.de, dem Informationsangebot der Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung (BZgA)
‱ Impfung, Infektionskrankheiten, Immunisierung, Impfstoffe, Impfreaktionen, Impfkalender – Informationen der Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung (BZgA)
‱ Das Impfbuch fĂŒr alle. BZgA, RKI, BMG, abgerufen am 3. Dezember 2021.
‱ Impfungen fĂŒr SĂ€uglinge und Kinder des Bundesamts fĂŒr Gesundheit der Schweiz
‱ Infos zu Impfungen bei Kindern vom Berufsverband der Kinder- und JugendĂ€rzte

Englischsprachig

‱ 'Pink Book' – Standardwerk fĂŒr Impfungen des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) der USA
‱ Seiten ĂŒber Impfungen (englisch) der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
‱ Samantha Vanderslott, Bernadeta Dadonaite und Max Roser: Vaccination. In: Our World in Data. September 2019 (englisch, Online [abgerufen am 12. Januar 2020]).

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ § 2 Nr. 9 des Infektionsschutzgesetzes
cite-note-22. ↑ L. A. Jackson, D. Peterson, J. C. Nelson, S. M. Marcy, A. L. Naleway, J. D. Nordin, J. G. Donahue, S. J. Hambidge, C. Balsbaugh, R. Baxter, T. Marsh, L. Madziwa, E. Weintraub: Vaccination site and risk of local reactions in children 1 through 6 years of age. In: Pediatrics. Band 131, Nummer 2, Februar 2013, S. 283–289, doi:10.1542/peds.2012-2617. PMID 23319538.
cite-note-9-33. ↑ Kampf gegen Infektionskrankheiten: Erster mRNA-Impfstoff: Diese Technologie könnte Covid-19 besiegen – und nicht nur das. Abgerufen am 2. Dezember 2020.
cite-note-44. ↑ A. F. Ochsenbein, D. D. Pinschewer, S. Sierro, E. Horvath, H. Hengartner, R. M. Zinkernagel: Protective long-term antibody memory by antigen-driven and T help-dependent differentiation of long-lived memory B cells to short-lived plasma cells independent of secondary lymphoid organs. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 97, Nummer 24, November 2000, S. 13263–13268, doi:10.1073/pnas.230417497. PMID 11069289, PMC 27213 (freier Volltext).
cite-note-55. ↑ Navigation – Welche AbstĂ€nde sind zwischen Impfungen einzuhalten? In: RKI. 25. Juni 2020, abgerufen am 26. Dezember 2020.
cite-note-66. ↑ Herbert Hof, RĂŒdiger Dörries: Medizinische Mikrobiologie. 5. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-13-125315-6, S. 731.
cite-note-77. ↑ Margret Oethinger: Kurzlehrbuch Mikrobiologie und Immunologie. 11. Auflage. Urban & Fischer, MĂŒnchen 2004, ISBN 978-3-437-42781-7, S. 275.
cite-note-88. ↑ Antje HĂŒter-Becker: Untersuchen in der Physiotherapie, S. 157.
cite-note-buch978-3-87870-482-9-99. ↑ Andreas Hummel: Arzneimittellehre. Vincentz Network, 2004, ISBN 3-87870-482-8, S. 544 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-1010. ↑ Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 58.
cite-note-1111. ↑ RKI – Bedeutung von Impfungen – Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts zu den 20 hĂ€ufigsten EinwĂ€nden gegen das Impfen. Abgerufen am 31. Juli 2018.
cite-note-1212. ↑ Immunschutz durch Muttermilch. (Online [abgerufen am 31. Juli 2018]).
cite-note-1313. ↑ Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts zu den 20 hĂ€ufigsten EinwĂ€nden gegen das Impfen. Ein Baby bekommt von der Mutter Abwehrstoffe. Dieser natĂŒrliche Schutz reicht doch aus. In: RKI. 22. April 2016, abgerufen am 10. Mai 2021.
cite-note-cdc1999-141. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Impact of Vaccination Universally Recommended for Children – United States, 1900–1998. In: MMWR, Morbidity and Mortality Weekly Report. Band 48, Nr. 12, April 1999, S. 243–248, PMID 10220251.
cite-note-pei-1515. ↑ pei.de (PDF; 109 kB) Mitteilung des Paul-Ehrlich-Institutes zu Impfstoffzulassungen, abgerufen am 30. Jan. 2021.
cite-note-pink-1616. ↑ Centers for Disease Control and Prevention; J. Hamborsky, A. Kroger, S. Wolfe (Hrsg.): Epidemiology and Prevention of Vaccine-Preventable Diseases – The Pink Book. 13. Auflage. 2. Druck. Public Health Foundation, Washington DC 2015, Onlineausgabe, abgerufen am 27. Juli 2017.
cite-note-roko1-1717. ↑ Schutzimpfungen – 20 EinwĂ€nde und Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts. Robert Koch-Institut, 23. Oktober 2013, abgerufen am 4. Januar 2015.
cite-note-pmid-18000199-1818. ↑ S. W. Roush, T. V. Murphy; Vaccine-Preventable Disease Table Working Group: Historical comparisons of morbidity and mortality for vaccine-preventable diseases in the United States. In: JAMA. Band 298, Nr. 18, 2007, S. 2155–2163, PMID 18000199.
cite-note-blaho-2009-1919. ↑ V. A. Blaho, M. W. Buczynski, E. A. Dennis, C. R. Brown: Cyclooxygenase-1 orchestrates germinal center formation and antibody class-switch via regulation of IL-17. In: Journal of Immunology. Band 183, Nummer 9, November 2009, S. 5644–5653, doi:10.4049/jimmunol.0901499. PMID 19843949, PMC 2857380 (freier Volltext).
cite-note-prymula-2009-2020. ↑ Roman Prymula, C. A. Siegrist, R. Chlibek, H. Zemlickova, M. Vackova, J. Smetana, P. Lommel, E. Kaliskova, D. Borys, L. Schuerman: Effect of prophylactic paracetamol administration at time of vaccination on febrile reactions and antibody responses in children: two open-label, randomised controlled trials. In: The Lancet. Band 374, Nummer 9698, Oktober 2009, S. 1339–1350, doi:10.1016/S0140-6736(09)61208-3. PMID 19837254. (PDF) (Memento vom 14. November 2011 im Internet Archive)
cite-note-univro031109-2121. ↑ Common Pain Relievers May Dilute Power of Flu Shots. University of Rochester Medical Center (URMC), abgerufen am 27. Juli 2011.
cite-note-spiegel-online-2009-2222. ↑ Schmerzmittel schwĂ€chen Impfschutz. Spiegel online, abgerufen am 4. Dezember 2009.
cite-note-pmid20050331-2323. ↑ M. P. Bernard, R. P. Phipp: Inhibition of cyclooxygenase-2 impairs the expression of essential plasma cell transcription factors and human B-lymphocyte differentiation. In: Immunology. Band 129, Nr. 1, 2010, S. 87–96, PMID 20050331.
cite-note-bancos-2009-2424. ↑ S. Bancos, M. P. Bernard, D. J. Topham, R. P. Phipps: Ibuprofen and other widely used non-steroidal anti-inflammatory drugs inhibit antibody production in human cells. In: Cell Immunol. Band 258, Nr. 1, 2009, S. 18–28, PMID 19345936.
cite-note-wxxi-2525. ↑ Over-the-Counter Pain Drugs May Affect Vaccine Strength. WXXI, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 11. Dezember 2013; abgerufen am 27. Juli 2011. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wxxinews.org
cite-note-lungen-rzte-im-netz-2009-2626. ↑ Impfeffekt kann durch manche Medikamente deutlich abgeschwĂ€cht werden. LungenĂ€rzte im Netz, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 18. Januar 2012; abgerufen am 4. Dezember 2009. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lungenaerzte-im-netz.de
cite-note-medscape-today-2727. ↑ Effect of Prophylactic Paracetamol Administration at Time of Vaccination on Febrile Reactions and Antibody Responses in Children F1000 Ranking: „Exceptional“ and Changes Clinical Practice". Medscape, abgerufen am 26. Juli 2011.
cite-note-pmid19028201-2828. ↑ D. D. Taub, W. B. Ershler, M. Janowski, A. Artz, M. L. Key, J. McKelvey, D. Muller, B. Moss, L. Ferrucci, P. L. Duffey, D. L. Longo: Immunity from smallpox vaccine persists for decades: a longitudinal study. In: The American journal of medicine. Band 121, Nummer 12, Dezember 2008, S. 1058–1064, doi:10.1016/j.amjmed.2008.08.019. PMID 19028201, PMC 2610468 (freier Volltext).
cite-note-pmid18419470-2929. ↑ I. Davidkin, S. Jokinen, M. Broman, P. Leinikki, H. Peltola: Persistence of measles, mumps, and rubella antibodies in an MMR-vaccinated cohort: a 20-year follow-up. In: The Journal of infectious diseases. Band 197, Nummer 7, April 2008, S. 950–956, doi:10.1086/528993. PMID 18419470.
cite-note-pmid15876927-3030. ↑ A. M. Wendelboe, A. Van Rie, S. Salmaso, J. A. Englund: Duration of immunity against pertussis after natural infection or vaccination. In: The Pediatric infectious disease journal. Band 24, Nummer 5, Mai 2005, Supplement, S. S58–S61. PMID 15876927.
cite-note-3131. ↑ Was bedeutet „2+1 bzw. 3+1 Schema“? In: Impfen mit Vernunft. 4. August 2017, abgerufen am 13. MĂ€rz 2020.
cite-note-3232. ↑ mit Ausnahme des COVID-19-Impfstoffs Ad26.COV2.S (Janssen / Johnson & Johnson), von dem zur Grundimmunisierung nur eine Dosis verimpft wurde
cite-note-stiko-impfempfehlung-29112021-3333. ↑ Beschluss der STIKO zur 14. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung. In: Robert Koch-Institut (Hrsg.): Epidemiologisches Bulletin. Band 48, 29. November 2021, S. 3–14, hier S. 9 f., doi:10.25646/9326 (rki.de [abgerufen am 29. Juni 2022]).
cite-note-rkk-2112021-infempf-16akt-3434. ↑ „Beschluss der STIKO zur 16. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung“ und „Wissenschaftliche BegrĂŒndung der STIKO fĂŒr die Empfehlung zur VerkĂŒrzung des Impfabstands zwischen Grundimmunisierung bzw. Infektion und Auffrischimpfung auf einen Zeitraum ab 3 Monate“. In: Epidemiologisches Bulletin 2/2022. Robert Koch-Institut (RKI), 21. Dezember 2021, abgerufen am 25. Dezember 2021 (Diese Artikel wurden am 21. Dezember 2021 online vorab veröffentlicht.).
cite-note-3535. ↑ In den USA ist fĂŒr Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 17 Jahren nur der Biontech/Pfizer-Impfstoff Tozinameran zugelassen (Quelle)
cite-note-3636. ↑ Sicherheit von Impfungen. In: RKI. 26. Februar 2021, abgerufen am 14. Oktober 2021.
cite-note-meyer2004-3737. C. Meyer, S. Reiter: Impfgegner und Impfskeptiker – Geschichte, HintergrĂŒnde, Thesen, Umgang. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. Band 47. Springer Medizin Verlag, Dezember 2004, S. 1182–1188, doi:10.1007/s00103-004-0953-x (rki.de [PDF; abgerufen am 30. April 2015]).
cite-note-382. Carlo Di Pietrantonj et al.: Vaccines for measles, mumps, rubella, and varicella in children. In: The Cochrane Database of Systematic Reviews. Band 11, 22. November 2021, S. CD004407, doi:10.1002/14651858.CD004407.pub5, PMID 34806766, PMC 8607336 (freier Volltext).
cite-note-3939. ↑ Sind Impfmasern ansteckend und wie werden sie diagnostiziert? In: RKI. 4. Juni 2020, abgerufen am 5. Januar 2021.
cite-note-0-4040. ↑ Beate Schumacher: Seltener Notfall: Impfung kann anaphylaktische Reaktion auslösen. 20. Oktober 2016, abgerufen am 12. Oktober 2019.
cite-note-2-4141. ↑ Oliver Klein, Katja Belousova: Impfstoffe: Warum es keine Langzeit-Nebenwirkungen gibt. In: ZDF. 6. Januar 2021, abgerufen am 14. Januar 2021.
cite-note-4242. ↑ Meldeverpflichtung Paul-Ehrlich-Institut.
cite-note-4343. ↑ Vergl. Infektionsschutzgesetz, 12. Abschnitt, § 61 Gesundheitsschadensanerkennung
cite-note-keller2004-4444. ↑ B. Keller-Stanislawski et al.: VerdachtsfĂ€lle von Impfkomplikationen nach dem IfSG und VerdachtsfĂ€lle von Nebenwirkungen nach dem Arzneimittelgesetz vom 1. Januar 2001 bis zum 31. Dezember 2003. In: Bundesgesundheitsblatt. Band 47, 2004, S. 1151–1164, doi:10.1007/s00103-004-0946-9.
cite-note-4545. ↑ Matthew Z. Dudley et al.: The state of vaccine safety science: systematic reviews of the evidence. In: The Lancet Infectious Diseases. Band 20, Nr. 5, 1. Mai 2020, S. e80–e89, doi:10.1016/S1473-3099(20)30130-4, PMID 32278359.
3. STIKO: Mitteilung der StÀndigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der StÀndigen Impfkommission am Robert Koch-Institut/Stand: August 2014. (PDF; 241 KB). In: Epidemiologisches Bulletin. Nr. 34, 2014.
cite-note-4847. ↑ Impfungen bei Vorerkrankungen: HĂ€ufig gestellte Fragen und Antworten. Impfen bei Epilepsie und bei neurologischen SchĂ€den? In: RKI. 14. Dezember 2012, abgerufen am 27. Januar 2022.
cite-note-1-4948. ↑ Ingrid Rosian, Claudia Habl: Impfungen. Ökonomische Evaluation. Hrsg.: Österreichisches Bundesinstitut fĂŒr Gesundheitswesen. 2003, ISBN 978-3-85159-061-6 (Online [abgerufen am 28. Dezember 2020]).
cite-note-5049. ↑ Silvia Evers et al.: Cost-effectiveness of pneumococcal vaccination for prevention of invasive pneumococcal disease in the elderly: an update for 10 Western European countries. In: European Journal of Clinical Microbiology & Infectious Diseases: Official Publication of the European Society of Clinical Microbiology. Band 26, Nr. 8, August 2007, S. 531–540, doi:10.1007/s10096-007-0327-z, PMID 17570001.
cite-note-5-5150. ↑ Kirsten Vannice, Annelies Wilder-Smith, Joachim Hombach: Fractional-Dose Yellow Fever Vaccination — Advancing the Evidence Base. In: New England Journal of Medicine. Band 379, Nr. 7, 16. August 2018, ISSN 0028-4793, S. 603–605, doi:10.1056/NEJMp1803433, PMID 29995585.
cite-note-5251. ↑ Modelling epidemics with fractional-dose vaccination in response to limited vaccine supply. In: Journal of Theoretical Biology. Band 486, 7. Februar 2020, ISSN 0022-5193, S. 110085, doi:10.1016/j.jtbi.2019.110085.
cite-note-5352. ↑ Intradermal fractional dose inactivated polio vaccine: A review of the literature. In: Vaccine. Band 30, Nr. 2, 5. Januar 2012, ISSN 0264-410X, S. 121–125, doi:10.1016/j.vaccine.2011.11.018.
cite-note-smallpox-544. History and Epidemiology of Global Smallpox Eradication. (Memento vom 15. Juli 2007 im Internet Archive) (PDF; 1,5 MB) From the training course Smallpox: Disease, Prevention, and Intervention. CDC and WHO. Slide 16–17.
cite-note-roko2-5554. ↑ Impfen. Robert Koch-Institut, abgerufen am 9. Mai 2012.
cite-note-cdc1-5655. ↑ Achievements in Public Health, 1900–1999 Impact of Vaccines Universally Recommended for Children -- United States, 1990–1998. Centers for Disease Control and Prevention, abgerufen am 9. Mai 2012.
cite-note-z1-5756. ↑ Impfprogramm mit beispiellosem Erfolg. In: Ärzte Zeitung. Abgerufen am 9. Mai 2012.
cite-note-5857. ↑ Maarten van Wijhe et al.: Effect of vaccination programmes on mortality burden among children and young adults in the Netherlands during the 20th century: a historical analysis. In: The Lancet Infectious Diseases. Band 16, Nr. 5, 1. Mai 2016, S. 592–598, doi:10.1016/S1473-3099(16)00027-X.
cite-note-cdc2-5958. ↑ Ten Great Public Health Achievements --- Worldwide, 2001–2010. Centers for Disease Control and Prevention, abgerufen am 9. Mai 2012.
cite-note-cdc3-6059. ↑ Ten Great Public Health Achievements – United States, 1900–1999. Centers for Disease Control and Prevention, abgerufen am 9. Mai 2012.
cite-note-6160. ↑ Gary J. Nabel: Designing Tomorrow’s Vaccines. In: New England Journal of Medicine. Band 368, Ausgabe 6, 7. Februar 2013, S. 551–560.
cite-note-6261. ↑ Min Xie: Epidemiologische Studie zeigt: Impfung gegen GĂŒrtelrose könnte das Risiko, an Demenz zu erkranken senken – vor allem bei Frauen! In: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom. Uni Heidelberg, 10. Mai 2025, abgerufen am 4. November 2025.
cite-note-6362. ↑ Pia Heinemann: Impfungen: Herzinfarkte und Demenz seltener bei Geimpften. In: faz.net. 3. November 2025, abgerufen am 4. November 2025.
cite-note-6463. ↑ Colette Flight: Smallpox: eradicating the scourge. BBC. Publiziert am 17. Februar 2011. Abgerufen am 4. Januar 2015.
cite-note-6564. ↑ Hanna Ronzheimer: KinderlĂ€hmung. Die vergessene Epidemie. science.orf.at, 15. Juni 2020.
cite-note-6665. ↑ WHO: Poliomyelitis in Namibia. Disease Outbreak News, 6. Juni 2006.
cite-note-6766. ↑ Indien ist poliofrei. In: rki.de. 20. Januar 2014, abgerufen am 27. Dezember 2014.
cite-note-6867. ↑ P. M. Oostvogel, J. K. van Wijngaarden, H. G. van der Avoort, M. N. Mulders, M. A. Conyn-van Spaendonck, H. C. RĂŒmke, G. van Steenis, A. M. van Loon: Poliomyelitis outbreak in an unvaccinated community in The Netherlands, 1992–1993. In: The Lancet. Band 344, Nummer 8923, September 1994, S. 665–670. PMID 7915354.
cite-note-rki-masern-6968. ↑ Robert Koch-Institut: Masern im Jahr 2005 und AusbrĂŒche in Baden-WĂŒrttemberg und Nordrhein-Westfalen in der ersten HĂ€lfte des Jahres 2006. In: Epidemiologisches Bulletin. Nr. 27, 7. Juli 2006; rki.de (PDF)
cite-note-survstat-7069. ↑ survstat.rki.de
cite-note-7170. ↑ Masernepidemiologie in der Schweiz: heute und in jĂŒngster Zeit. In: BAG Bulletin. Nr. 17 vom 22. April 2013, S. 276–277.
cite-note-7271. ↑ BAG: Neue Welle der Masernepidemie Anfang 2009: Beschreibung und Maßnahmen. In: BAG Bulletin. Nr. 27, 2009, S. 484–491, ZDB-ID 2556348-8.
cite-note-who-7372. ↑ Global Measles and Rubella Strategic Plan 2012–2020. (PDF) Weltgesundheitsorganisation (WHO), 3. Mai 2012, abgerufen am 4. Januar 2015 (englisch). , ISBN 978-92-4-150339-6.
cite-note-rki2002-7473. ↑ Robert Koch-Institut: ImpfprĂ€ventable Krankheiten in Deutschland bis zum Jahr 2000. In: Epidemiologisches Bulletin. Nr. 7, 2002, S. 49–60, doi:10.25646/4005.
cite-note-rki23-2005-7574. ↑ Robert Koch-Institut: Zum Auftreten von Pertussis in den neuen BundeslĂ€ndern. In: Epidemiologisches Bulletin. Nr. 23, 2005, S. 195–202, doi:10.25646/4182.
cite-note-lancet-9568-7675. ↑ Erika J. Sims, Miranda Mugford, Allan Clark, David Aitken, Jonathan McCormick, Gita Mehta, Anil Mehta, on behalf of the UK Cystic Fibrosis Database Steering Committee: Economic implications of newborn screening for cystic fibrosis: a cost of illness retrospective cohort study. In: The Lancet. Band 369, Nr. 9568, 2007, S. 1187–1195, doi:10.1016/S0140-6736(07)60565-0.
cite-note-aerzteblatt-52955-7776. ↑ Renate LeinmĂŒller, RĂŒdiger Meyer: Rotavirus-Infektionen: Orale Impfstoffe bieten umfassenden Schutz. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 103, Nr. 40. Deutscher Ärzte-Verlag, 6. Oktober 2006, S. A-2650 (aerzteblatt.de).
cite-note-aerzteblatt-24492-7877. ↑ USA: Zulassung des ersten Impfstoffes gegen das Zervixkarzinom. In: aerzteblatt.de. 9. Juni 2006, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 20. Dezember 2014; abgerufen am 27. Dezember 2014.
cite-note-7978. ↑ Eric von Hofe: Immuntherapie gegen Krebs. In: Spektrum der Wissenschaft. 23. September 2002, abgerufen am 23. Juni 2021.
cite-note-pmid17301299-8079. ↑ R. B. Belshe, K. M. Edwards, T. Vesikari, S. V. Black, R. E. Walker, M. Hultquist, G. Kemble, E. M. Connor: Live attenuated versus inactivated influenza vaccine in infants and young children. In: The New England Journal of Medicine. Band 356, Nummer 7, Februar 2007, S. 685–696, doi:10.1056/NEJMoa065368. PMID 17301299.
cite-note-pmid12535387-8180. ↑ P. Graves, H. Gelband: Vaccines for preventing malaria. In: The Cochrane database of systematic reviews. Nummer 1, 2003, S. CD000129, ISSN 1469-493X, doi:10.1002/14651858.CD000129. PMID 12535387. (Review).
cite-note-8281. ↑ New Vaccines against Infectious Diseases: Research and Development Status. (PDF; 85 kB) WHO-Initiative for Vaccine Research, Februar 2006.
cite-note-thieme-impfm-digkeit-8382. ↑ ImpfmĂŒdigkeit – Folge eines trĂŒgerischen GefĂŒhls der Sicherheit. Thieme (Nachdruck aus: Deutsche Medizinische Wochenschrift. 2005, Band 130, Nr. 7l, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 30. April 2008; abgerufen am 11. Mai 2012. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.thieme.de )
cite-note-infection-research-01-8483. ↑ Vaccine fatigue: the danger of measles. Infection Research, abgerufen am 11. Mai 2012.
cite-note-pmid-20460089-8584. ↑ P. L. Lopalco, R. Martin: Measles still spreads in Europe: who is responsible for the failure to vaccinate? In: Euro Surveill. Band 15, Nr. 17, 2012, S. 19557, PMID 20460089 (eurosurveillance.org).
cite-note-10-1016-s0140-6736-08-61849-8-8685. ↑ M. Muscat, H. Bang, J. Wohlfahrt, S. Glismann, K. Mþlbak: Measles in Europe: an epidemiological assessment. In: The Lancet. Band 373, Nummer 9661, Januar 2009, S. 383–389, doi:10.1016/S0140-6736(08)61849-8. PMID 19131097.
cite-note-stern-01-8786. ↑ Masern sind nur schwer auszurotten Warum Masern so gefĂ€hrlich sind
cite-note-8887. ↑ Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung ĂŒbertragbarer Krankheiten. (PDF) In: Bundesgesetzblatt. 24. Juli 2017, abgerufen am 12. Oktober 2020.
cite-note-8988. ↑ "Quasi"-Impfpflicht in Deutschland: Kitas mĂŒssen Eltern ohne Impfberatung melden. In: Augsburger Allgemeine. Abgerufen am 12. Oktober 2020.
cite-note-9089. ↑ Impf-Motivation aus Metall. In: gnm.de. Abgerufen am 31. August 2025.
cite-note-9190. ↑ Beförderungen und Ehrenbezeigungen. In: Allgemeines Repertorium der neuesten in- und auslĂ€ndischen Lit(t)eratur / Intelligenzblatt des allgemeinen Repertoriums / Bibliographischer Anzeiger (der neuesten in Deutschland erschienenen Literatur) / Literarische Miscellen / Repertorium der gesammten deutschen Literatur / Leipziger Repertorium der deutschen und auslĂ€ndischen Literatur, Jahrgang 1833, S. 468 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/a38
cite-note-9291. ↑ Berlin. In: Medicinisch-chirurgische Zeitung, 19. MĂ€rz 1821, S. 384 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/mcz
cite-note-9392. ↑ Körperverletzung bei Impfung eines Kindes gegen den Willen der Mutter? Urteil vom 13. Juli 2007, Aktenzeichen: 5 Cs 135 Js 52229/04 (241/05).
cite-note-3-9493. ↑ Empfehlungen der StĂ€ndigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut 2023. (PDF) In: Epidemiologisches Bulletin 04/2023. RKI, abgerufen am 16. April 2023.
cite-note-9594. ↑ Schweizerischer Impfplan. In: Bundesamt fĂŒr Gesundheit BAG. 6. April 2020, abgerufen am 17. September 2020.
cite-note-9695. ↑ Österreichisches Bundesministerium fĂŒr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Impfplan Österreich. Auf: sozialministerium.at vom 23. Dezember 2022.
cite-note-975. Coronavirus / COVID-19. 12. November 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025 (deutsch).
cite-note-9897. ↑ FAQ des Robert Koch-Instituts: Kann in der Schwangerschaft geimpft werden? Sind Impfungen in der Stillzeit möglich? Stand: 21. November 2012
cite-note-6-9998. ↑ Tim Niehues, Christian Bogdan, Jane Hecht, Thomas Mertens, Miriam Wiese-Posselt: Impfen bei Immundefizienz: Anwendungshinweise zu den von der StĂ€ndigen Impfkommission empfohlenen Impfungen(I) Grundlagenpapier. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. Band 60, Nr. 6, Juni 2017, ISSN 1436-9990, S. 674–684, doi:10.1007/s00103-017-2555-4 (springer.com [abgerufen am 13. Oktober 2021]).
cite-note-7-10099. ↑ Norbert Wagner, Frauke Assmus, Gabriele Arendt, Erika Baum, Ulrich Baumann: Impfen bei Immundefizienz: Anwendungshinweise zu den von der StĂ€ndigen Impfkommission empfohlenen Impfungen. (IV) Impfen bei Autoimmunkrankheiten, bei anderen chronisch-entzĂŒndlichen Erkrankungen und unter immunmodulatorischer Therapie. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. Band 62, Nr. 4, April 2019, ISSN 1436-9990, S. 494–515, doi:10.1007/s00103-019-02905-1 (springer.com [abgerufen am 13. Oktober 2021]).
cite-note-8-101100. ↑ Stellen Autoimmunerkrankungen oder chronisch-entzĂŒndliche Erkrankungen Kontraindikationen gegen Impfungen dar? Robert-Koch-Institut, 16. Juni 2020, abgerufen am 9. Oktober 2021.
cite-note-102101. ↑ Ärzte Zeitung, 28. Juli 2006.
cite-note-103102. ↑ Epidemiologisches Bulletin Nr. 38 (PDF; 128 KB) des Robert Koch-Instituts vom 26. September 2011, S. 353.
cite-note-4-104103. ↑ Empfehlungen zu Nachholimpfungen. In: Epidemiologisches Bulletin. Band 34, 20. August 2020, S. 47 (Online [PDF]).
cite-note-105104. ↑ Impfen: HĂ€ufig gestellte Fragen und Antworten. Wie soll bei fehlender Impfdokumentation vorgegangen werden? In: RKI. 14. Dezember 2012, abgerufen am 11. Mai 2021.
cite-note-106105. ↑ SR 818.101 Art. 23 Impfungen (Bundesgesetz ĂŒber die BekĂ€mpfung ĂŒbertragbarer Krankheiten des Menschen). In: admin.ch. Abgerufen am 27. Dezember 2014.
cite-note-107106. ↑ Masernschutzgesetz. Robert Koch-Institut, 1. MĂ€rz 2020, abgerufen am 13. Oktober 2021.
cite-note-pei-blauzungenkrankheit-108107. ↑ Andreas Hoffmann, Klaus Cußler: Impfkampagne zur BekĂ€mpfung der Blauzungenkrankheit. (PDF) Erste Analyse und Bewertung der 2008 gemeldeten Impfreaktionen. In: Pharmakovigilanz. Paul Ehrlich Institut, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 4. Januar 2015; abgerufen am 4. Januar 2015 (Kopie aus Deutsches TierĂ€rzteblatt 2/2009, S. 166–168). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pei.de
cite-note-109108. ↑ Impfgegner: Von Aids-Leugnern und Verschwörungstheoretikern. In: Pharmazeutische Zeitung online. Abgerufen am 24. Juli 2017.
cite-note-faz-1840356-110109. ↑ Peter-Philipp Schmitt: Die Schweinegrippe-Verschwörung. In: FAZ.net. 20. August 2009, abgerufen am 27. Dezember 2014.
cite-note-111110. ↑ Braucht Deutschland eine Impfpflicht? In: Tagesschau. ARD, abgerufen am 24. Juli 2017.
cite-note-112111. ↑ Sven Ove Hansson: Science denial as a form of pseudoscience. In: Studies in History and Philosophy of Science. Band 63, 2017, S. 39–47, doi:10.1016/j.shpsa.2017.05.002.
cite-note-113112. ↑ Stefanie Grossmann: Von Pocken bis Corona: Die Geschichte des Impfens. In: ndr.de, 12. November 2021, abgerufen am 18. November 2021.
cite-note-114113. ↑ Angela Ki Che Leung: “Variolation” and Vaccination in Late Imperial China, Ca 1570–1911. In: Stanley A. Plotkin: History of Vaccine Development. Springer, New York (NY) 2011, ISBN 978-1-4419-1338-8, S. 5-12, doi:10.1007/978-1-4419-1339-5_2 ([1]).
cite-note-115114. ↑ John B. Blake: The Inoculation Controversy in Boston: 1721–1722. In: The New England Quarterly. Band 25, Nr. 4, 1952, S. 489–506; JSTOR:362582.
cite-note-116115. ↑ Margot Minardi: The Boston Inoculation Controversy of 1721–1722: An Incident in the History of Race. In: William and Mary Quarterly. Band 61, Nr. 1, 47. Januar 2004, doi:10.2307/3491675 ([2]).
cite-note-117116. ↑ Kelly Wisecup: African Medical Knowledge, the Plain Style, and Satire in the 1721 Boston Inoculation Controversy. In: Early American Literature. Band 46, Nr. 1, 2011, S. 25–50, doi:10.1353/eal.2011.0004. ([3]).
cite-note-sudhoffs-archiv-118117. ↑ Sudhoffs Archiv. Zs. f. Wissenschaftsgeschichte, Band 90, Heft 2, 2006, S. 219–232.
cite-note-119118. ↑ Georg Friedrich Ballhorn: Eduard Jenners der Arzneywissenschaft Doktors und Mitglieds der Königl. SocietĂ€t der Wissenschaften Untersuchungen Über die Ursachen und Wirkungen Der Kuhpocken einer Krankheit die man in einigen westlichen Provinzen Englands vorzĂŒglich in Gloucestershire bemerkt hat. 2. Ausgabe. GebrĂŒder Hahn, Hannover 1799.
cite-note-120119. ↑ Irmtraut Sahmland: Ballhorn, Georg Friedrich. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. de Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 134 f.
cite-note-121120. ↑ Georg Friedrich Ballhorn, Christian Friedrich Stromeyer: TraitĂ© de l’inoculation Vaccine avex l’exposĂ© et les rĂ©sultats des observations faites sur cet objet Ă  Hannovre et dans les environs de cette capitale, par Mr. Ballhorn, Medecin de la cour et Mr. Stromeyer, Chirurgien de la cour. Rein, Leipzig 1801 (archive.org).
cite-note-122121. ↑ Johann Carro im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
cite-note-123122. ↑ Th. Chr. Eulner im Dansk Biografisk Leksikon
cite-note-124123. ↑ In DĂ€nemark und Schleswig-Holstein mussten Konfirmanden und Brautpaare seit 1811 nachweisen, dass sie gegen Pocken geimpft waren. Dazu: Gerda Bonderup: Die Rolle der Geistlichen bei der EinfĂŒhrung der Pockenschutzimpfung in DĂ€nemark. In: Manfred Jakubowski-Tiessen: Geistliche Lebenswelten: zur Sozial- und MentalitĂ€tsgeschichte in SpĂ€tmittelalter und FrĂŒher Neuzeit. Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holstein, NeumĂŒnster 2005, S. 253–270.
cite-note-125124. ↑ Malte Thießen: Vom immunisierten Volkskörper zum prĂ€ventiven Selbst. Impfungen als Biopolitik und soziale Praxis vom Kaiserreich zur Bundesrepublik. In: Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte. Band 61, 2013, S. 34–65, doi:10.1524/vfzg.2013.0002.
cite-note-126125. ↑ Malte Thießen: Vorsorge als Ordnung des Sozialen: Impfen in der Bundesrepublik und der DDR. In: Zeithistorische Forschungen. Band 10, 2013, S. 428. zeithistorische-forschungen.de
cite-note-1276. Der große Impfversuch von Konstantinopel. istanbulpark.de / web.archive.org (Memento vom 8. August 2016 im Internet Archive)
cite-note-ritzmann-impfung-s-663-1287. Iris Ritzmann: Impfung. Berlin 2005, S. 663.
cite-note-129128. ↑ Information zur StIKo Vet. (Memento vom 18. MĂ€rz 2012 im Internet Archive)
cite-note-130129. ↑ MĂ€ĂŸiger Umsatz bei Tierarzneimitteln. In: Dt. TÄBl. 60, Nr. 2012, S. 849.
cite-note-131130. ↑ Uwe Truyen: Die Impfung des Hundes. (PDF; 534 kB) Uwe Truyen ist Vorsitzender der StIKo Vet.
cite-note-132131. ↑ Leitlinie zur Impfung von Kleintieren. (PDF) StIko Vet., 1. Januar 2021, abgerufen am 4. MĂ€rz 2021.
cite-note-133132. ↑ STIKO Vet: Leitlinie zur Impfung von Kleintieren. (Memento des Originals vom 21. Februar 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tieraerzteverband.de (PDF)
cite-note-134133. ↑ K. Wiedmann: Klinische Phase-I Studie zur neoadjuvanten immunstimulierenden Therapie des felinen Fibrosarkoms mit Interleukin-2 und Interferon gamma. Vet.-med. Diss., MĂŒnchen 2005, S. 5–7; uni-muenchen.de (PDF; 6,9 MB; 7,3 MB)
cite-note-1358. Die aktualisierten Impfleitlinien fĂŒr Kleintiere und Pferde. In: Dt. TÄBl. Band 65, Heft 4, S. 460–461.
cite-note-136135. ↑ Die aktualisierten Impfleitlinien fĂŒr Kleintiere und Pferde. In: Dt. TÄBl. Band 65, Heft 4, S. 462.
cite-note-137136. ↑ Anne Posthoff: Impfungen bei Heimtierkaninchen. In: Kleintiermedizin. 3/4-2010, S. 107–109.
cite-note-138137. ↑ Die aktualisierten Impfleitlinien fĂŒr Kleintiere und Pferde. In: Dt. TÄBl. Band 65, Heft 4, S. 463–464.
cite-note-wiederk-uer-139138. ↑ STIKO Vet: Impfleitlinien Rinder und kleine WiederkĂ€uer. (Memento des Originals vom 21. Februar 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tieraerzteverband.de (PDF)
cite-note-bastian-1409. M. Bastian, M. Holsteg, H. Hanke-Robinson, K. Duchow, K. Cussler: Bovine Neonatal Pancytopenia: is this alloimmune syndrome caused by vaccine-induced alloreactive antibodies? In: Vaccine. Band 29, Nummer 32, Juli 2011, S. 5267–5275, doi:10.1016/j.vaccine.2011.05.012. PMID 21605614.
cite-note-schwein-141140. ↑ STIKO Vet: Impfleitlinien Schweine. (PDF)
cite-note-14210. tierseucheninfo.niedersachsen.de
cite-note-vits-14311. Anne Vits et al.: Tierseuchenrechtliche Hinweise zu Impfungen in Klein- und Hobby-GeflĂŒgelbestĂ€nden. (PDF) In: Lohmann Information. 3/2005, S. 1–2.